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DEVK: Versicherungsprämien werden deutlich steigen

15.6.2022 – Durch eine breite Aufstellung fühlt sich die DEVK Versicherungsgruppe für die Zukunft gut gewappnet. Sie baut dafür vor allem ihren Rückversicherer aus. In der Sachversicherung rechnet das Unternehmen marktweit mit deutlich steigenden Prämien. In der Lebensversicherung klappt es mit dem Verkauf von nachhaltigen Rentenpolicen noch nicht so gut, wie es das Management erwartet.

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Vor allem Hausbesitzer müssen mit deutlich steigenden Prämien für den Wohngebäudeschutz rechnen. Grund sind die Inflation und weltweite Lieferengpässe. „Die Prämien werden kräftig steigen. Die Untergrenze wird im Markt bei sieben Prozent liegen“, sagte Gottfried Rüßmann, Vorsitzender der DEVK-Versicherungen, am Dienstag bei der Vorstellung der Bilanzergebnisse für 2021.

Gottfried Rüßmann (Screenshot: Schmidt-Kasparek)
Gottfried Rüßmann (Screenshot: Schmidt-Kasparek)

Er verwies darauf, dass es sich dabei um die außerordentlichen Beitragsanpassungen handelt. Hinzu kommt die jährliche Erhöhung über den sogenannten Baupreisindex. Allein diese Erhöhung lag über den gleitenden Neuwertfaktor für 2022 bei 5,5 Prozent. Daher dürfte der Schutz für die rund 19,3 Millionen Immobilien in Deutschland künftig mindestens um 13 Prozent teurer werden. Vielfach wird die Prämiensteigerung wohl noch weit höher liegen.

Viele Kostentreiber bei Wohngebäudeschutz

Bei Wohngebäuden treiben auch immer mehr Elementarschäden die Prämien. Derzeit sei die Branche verstärkt von Hagelschäden betroffen. So musste auch die DEVK allein für die Flutkatastrophe im Juli 2021 Schäden in Höhe von rund 235 Millionen Euro zahlen. Damit ist „Bernd“ das bisher teuerstes Schadenereignis in der Unternehmensgeschichte der DEVK (VersicherungsJournal Archiv).

Gleichzeitig hat aber die DEVK Unwetterschäden zu über 90 Prozent rückversichert. Der Nettoaufwand liegt damit nur bei 15 Millionen Euro.

Doch nun ziehen die Prämien für Rückversicherungen erheblich an. Laut DEVK verlangen die Unternehmen derzeit Zuschläge von zehn bis 30 Prozent. Diese Steigerung und die allgemeine Teuerung werden die Versicherer laut Rüßmann an die Kunden weitergeben.

Auch Autoversicherung wird teurer

Das gilt auch für die Autoversicherung, die ebenfalls deutlich teurer werden wird. Einen Prozentwert nannte Rüßmann aber nicht. „Es ist unsicher, wie sich die Schadenhäufigkeit im Lauf des Jahres 2022 entwickelt. Das ist abhängig von der Fahrleistung der Kunden.“

Bisher läge die Schadenfrequenz noch unterhalb der des Jahres 2019, also vor der Coronakrise. Schon 2021 musste die DEVK im Kfz-Versicherungsgeschäft mit einer Schadenkostenquote (Combined ratio) von 103 Prozent einen technischen Verlust hinnehmen. Die Quote stieg um 4,9 Prozentpunkte.

Breiter aufgestellt mit Rückversicherer

Insgesamt konnte die DEVK-Gruppe die Beitragseinnahmen um mehr als fünf Prozent auf 4,1 Milliarden Euro steigern. Der Bestand an Versicherungsverträgen wuchs hingegen nur leicht um 0,5 Prozent auf nun 15,5 Millionen Risiken. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich kräftig von 107 Millionen Euro auf 185 Millionen Euro in 2021.

Kennzahlen (Bild: DEVK)
(Bild: DEVK)

Ein Grund ist ein kräftiges Plus bei der DEVK-Rückversicherung. Die gebuchten Beiträge des DEVK-Rückversicherers Echo Rückversicherungs-AG lagen bei 670,9 Millionen Euro, was einem Plus von 22,5 Prozent entspricht.

Die Rückversicherungsparte soll weiterhin kräftig ausgebaut werden. Dabei geht der Versicherer aber international sehr vorsichtig zu Werk. So erläuterte Rüßmann, dass etwa in den USA die Absicherung von Unwettern über Erdbeben- und Hurrikan-Zonen erfolgt, einer Limitierung unterliegt und zudem selbst rückversichert ist.

Nachhaltige Police läuft nicht

Michael Zons (Screenshot: Schmidt-Kasparek)
Michael Zons (Screenshot: Schmidt-Kasparek)

In der Lebensversicherung ging das Neugeschäft um 2,3 Prozent zurück. Der eingelöste Neuzugang nach APE (annual premium equivalent) lag nur noch bei 63,5 Millionen Euro. Die Beitragseinnahmen sanken um 0,7 Prozent auf 806,3 Millionen Euro. Während klassische Lebensversicherungen keine Rolle mehr spielen, treffen Fondsversicherungen auf eine wachsende Nachfrage. „Die Fondspolice hat sich auch 2022 gut entwickelt“, sagte Personenvorstand Dr. Michael Zons.

Er hadert aber mit der Nachfrage für das Anlagekonzept „RenditeNachhaltig“. Das Produkt wird seit 2020 angeboten und ermöglicht es den Kunden, eine fondsgebundene Rentenversicherung zu kaufen, die „streng nach ESG-Kriterien investiert“.

„Mit einer Performance von mehr als 22 Prozent im Vorjahr konnten wir beweisen, dass Rendite und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind“, so Zons. Er hofft, dass durch die vorgeschriebene IDD-Abfrage zur Nachhaltigkeits-Präferenz der Kunden hier ein Schub für das Produkt entsteht. Zons: „Wir wollen hier aber auch stärker aufklären und prüfen derzeit, ob es an den Kunden liegt oder an den Vertriebspartnern, die das Produkt noch nicht verinnerlicht haben“.

Neues Gesundheitsprogramm und mehr Flexibilität für Mitarbeiter

Innovativ ist das neue Gesundheitsprogramm „VitalPlus“, dass seit Anfang des Jahres mit dem Start-up Zanadio von der Aidhere GmbH angeboten wird. Es soll Menschen mit Übergewicht zum Abnehmen motivieren.

Angesprochen werden Kunden, die eine Risiko-Lebensversicherung, eine Grundfähigkeits- oder Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließen. „Wer dann erfolgreich abnimmt, dem können wir im Extremfall einen Risikozuschlag von 75 Prozent streichen“, erläuterte Zons.

Flexibler lässt sich nun auch bei der DEVK arbeiten lassen. So ermöglicht eine schon 2020 geschlossene Betriebsvereinbarung, im Homeoffice tätig zu sein. „Das wird je nach Unternehmensbereich individuell vereinbart“, erläuterte Rüßmann.

Die meisten Mitarbeiter würden gerne zwei oder drei Tage von zu Hause aus arbeiten. „Es geht natürlich nicht, dass alle montags und freitags nicht kommen“, so Rüßmann, denn die Kunden müssten auch an diesen Tagen Service erhalten.

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