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Germanbroker.net lässt sich durch ESG-Rating anspornen

21.9.2022 – Germanbroker.net hat sich in dem Assekurata-Ratingverfahren zur Nachhaltigkeit von Schaden-/Unfallversicherern gestellt. Herausgekommen ist im Erstrating ein „BBB“ – das „Befriedigend“ nimmt Vorstand Hartmut Goebel als Ansporn. Im Interview erklärt er, was nun auch bei den Risikoträger geändert werden soll. Dr. Reiner Will erläutert das Vorgehen der Rater.

Hartmut Goebel ist Vorstand der Germanbroker.net AG (GBnet). Die Servicegesellschaft für Versicherungs- und Finanzmakler hat sich in ihrer Funktion als Assekuradeur dem Rating gestellt.

Dr. Reiner Will ist Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH.

Herr Goebel, was ist denn Ihre Motivation, sich einem ESG-Rating zu unterziehen?

Für GBnet ist das Thema Nachhaltigkeit schon seit mehreren Jahren von sehr hoher Bedeutung. Begonnen hat der Prozess mit der Einrichtung diverser Gremien, wie der internen Arbeitsgruppe „Arbeitskreis Nachhaltigkeit“ oder dem Fachbeirat Nachhaltigkeit.

Hartmut Goebel (Bild: Sergiu Jurca)
Hartmut Goebel (Bild: Sergiu Jurca)

Um unsere Position als „First-Mover“ in der Branche weiter zu stabilisieren, publiziert GBnet seine Fortschritte unter anderem nach den Regularien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und der Gemeinwohlbilanz. Hier finden primär die umgesetzten Projekte Anklang (Redaktion: Nachzulesen im Ratingbericht unter diesem Link).

Analog dem internen Fortschritt bietet GBnet seinen Partnern eine Vielzahl an Bausteinen für den Aufbau eines nachhaltigen Betriebs sowie entsprechende Vermittlungshilfen. Über Schulungen und Beiträge werden die Makler kontinuierlich mit neuen Inhalten versorgt.

Inkludiert sind unter anderem die Unterstützung bei der Umsetzung der Transparenzverordnung oder der Abfrage der Nachhaltigkeits-Präferenzen, eine Checkliste zur Umstellung auf einen nachhaltigen Vermittlungsbetrieb (inklusive eines Öko-Strom-Rahmenvertrags) sowie auch Beratungsbroschüren über das Thema Nachhaltigkeit.

Auf Seiten der Versicherungs- und Finanzvermittlung zeigt sich der Ausbau nachhaltiger Policen als stetiger Prozess. Besonders im Altersvorsorge- und Investmentsektor konnten bereits neue Produktlösungen mit namhaften Versicherern integriert werden.

Durch das schlechte Abschneiden in der Teilqualität (TQ) Kapitalanlage gab es von Assekurata nur „BBB“ (befriedigend) – also die Position „Schrittgeber". Worin hakte es da genau?

In diesem Bereich wurden nicht die eigenen Investments von GBnet bewertet. Assekurata hat hier die Auswahl- und Gestaltungsprozesse gegenüber unseren angebundenen Risikoträgern und deren Agieren in der Kapitalanlage bewertet.

Wir haben allerdings mittlerweile eine ambitionierte Kapitalanlagen-Richtlinie für die Risikoträger erstellt. Diese möchten wir in Zukunft Schritt für Schritt bei den Risikoträgern umsetzen.

Jetzt, bei dem Erstrating, wurde allerdings der Status quo der Risikoträger mit den Anforderungen der Kapitalanlagen-Richtlinie verglichen und bewertet. Dementsprechend ist das Ergebnis ausgefallen. Die Prozesse mit den Risikoträgern stehen in diesem Bereich noch am Anfang.

Im Pressetext zum Rating heißt es, dass Sie künftig aktiv positiv auf die Anlagepolitik der verbundenen Risikoträger positiv einwirken wollen, um so eine nachhaltigere Kapitalanlage der Kundengelder zu erreichen. Wie wollen Sie da vorgehen?

Wir werden mit den Risikoträgern hierzu in einen engen Dialog treten. Dazu hat GBnet eine Umsetzungsstrategie inklusive Zeitplan erstellt.

Im Wesentlichen arbeiten Sie mit drei Schaden-/Unfallversicherern als Risikoträgern zusammen. Werden Sie Geschäftsbeziehungen, bei denen Ihre Kriterien nicht erfüllt werden, abbrechen?

Aktuell denken wir vor dem Hintergrund einer sehr vertrauensvollen und professionellen Zusammenarbeit nicht über die Beendigung einer Geschäftsbeziehung nach. Eine Verschiebung des Neugeschäfts stünde natürlich im Raum, wenn es nicht zu einem konstruktiven Dialog käme.

Ist GBnet eigentlich groß genug, um seine Risikoträger auf ambitionierte Kriterien für die Kapitalanlage zu verpflichten – oder hoffen Sie, dass in Kürze alle drei Risikoträger ESG-konform anlegen?

Seit langen Jahren arbeiten wir vertrauensvoll und gut mit unseren Risikoträgern zusammen. So gehen wir davon aus, dass sich auch im Bereich nachhaltige Kapitalanlagen auf Seiten der Versicherer in Zukunft einiges bewegen wird, schon allein wegen des im März 2018 von der Europäischen Kommission veröffentlichten Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.

Wenn man sich Ihre vielen klimaschonenden Maßnahmen in der Teilqualität Geschäftsbetrieb ansieht, die wie die TQ Rahmenwerk mit „gut“ benotet wurde, darf man sicher unterstellen, dass Sie mit mehr gerechnet haben. Welches Rating hatten Sie erwartet?

In der Teilqualität Geschäftsbetrieb sind wir nur ganz knapp an einem „sehr gut“ vorbeigerauscht. Die von der Assekurata in der Abschlusspräsentation vorgestellten Maßnahmen, die wir bisher noch nicht umgesetzt haben, nehmen wir gerne als Ansporn. So sollte das Urteil „sehr gut“ im nächsten Rating für uns keine große Hürde darstellen.

Welche Erkenntnisse haben Sie mit dem Rating gewonnen?

Das Rating der Assekurata hat grundsätzlich gezeigt, dass GBnet schon in weiten Teilen hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeit gut aufgestellt ist. Durch die systematische und detaillierte Analyse auf Basis interner Unterlagen sowie ausführliche Interviews zwischen Assekurata und GBnet konnten wir bereits während des Ratingprozesses viele neue Erkenntnisse dazugewinnen.

...und welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

GBnet wird natürlich auch zukünftig sein nachhaltiges Handeln weiter optimieren. Die Bereiche und Felder, in denen noch Verbesserungspotenzial besteht, haben wir dabei besonders im Blick.

Als Auftraggeber des Ratings konnten Sie über die (Nicht-) Veröffentlichung entscheiden. Mit welchen Reaktionen auf Ihr Rating rechnen Sie?

Für GBnet war es von Anfang an klar, dass unser Ratingergebnis veröffentlicht wird, denn Transparenz und nachhaltiges Handeln gehen für uns Hand in Hand.

Die Reaktionen werden mit Sicherheit unterschiedlich ausfallen. Wir rechnen auch mit Fragen bezüglich der Bewertung der Kapitalanlage. Im Großen und Ganzen hoffen wir natürlich, dass die Teilnahme am Assekurata-Nachhaltigkeitsrating in der Branche positiv aufgenommen wird und auch viele „Nachahmer“ findet.

Für Ihre eigenen Deckungskonzepte, die „aktuell noch vergleichsweise wenige nachhaltige Tarifmerkmale aufweisen“, sind Produktüberarbeitungen geplant. Welche Tarife betrifft das?

Von der Überarbeitung sind in erster Linie unsere Sachtarife betroffen. Hier laufen aktuell die Nachverhandlungen, denen wir Stand heute noch nicht vorgreifen möchten. Das Roll-Out des neuen Leistungsumfangs ist für unsere Roadshow im ersten Quartal 2023 geplant.

Herr Dr. Will, lässt sich Ihr ESG-Rating für Versicherer ohne Weiteres auf andere Marktteilnehmer anwenden? Oder wo haben Sie angepasst?

Reiner Will (Bild: Guido Schiefer)
Reiner Will (Bild: Guido Schiefer)

Nein, das Rating lässt sich nicht so einfach übertragen, da wir unser Verfahren auf die Besonderheiten von Versicherungs-Unternehmen zugeschnitten haben. In der Funktion als Assekuradeur agiert Germanbroker.net in großen Teilen ähnlich wie ein Schaden-/Unfallversicherungs-Unternehmen.

Herausfordernd war vor allem die Bewertung der Teilqualität Kapitalanlage, weil GBnet ja nicht selbst die Kundengelder am Kapitalmarkt anlegt und die angebundenen Risikoträger sehr unterschiedlich agieren können.

Nichtsdestotrotz kann ein Assekuradeur eigene Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeit der Kapitalanlage bei den Risikoträgern definieren und als aktiver Geschäftspartner positiv auf deren Anlagepolitik einwirken. Bei der Kapitalanlage stand für uns daher der Auswahlprozess der Risikoträger durch GBnet im Fokus der Bewertung.

Ist die Ratingnote mit den bisherigen Versicherer-Ratings also vergleichbar?

Ja, die Note ist grundsätzlich vergleichbar, denn wir haben GBnet als Assekuradeur nach unserem Verfahren für Schaden-/Unfallversicherer bewertet.

Das größte Gewicht haben wir dabei mit jeweils 30 Prozent unverändert auf die Teilqualitäten Produktmanagement/Risikotransfer und Kapitalanlage gelegt, da Versicherungs-Unternehmen als Kapitalsammelstellen hier eine sehr positive Wirkung erzeugen können.

Dies ist aus der Kundenperspektive, die wir in unserem Verfahren besonders im Blick haben, auch auf Assekuradeure übertragbar, da Kunden dort ebenso Versicherungsschutz einkaufen, als wenn sie direkt bei einem Versicherer einen Vertrag abschließen.

Hat ein Assekuradeur ausreichend Einfluss auf alle Teilqualitäten?

In den Teilqualitäten Rahmenwerk und Geschäftsbetrieb ist dies uneingeschränkt der Fall. Im Produktbereich hat der Assekuradeur sogar die Möglichkeit, besondere individuelle Akzente zu setzen, weil er spezifische Produktlösungen und Deckungskonzepte kreieren kann.

In der Teilqualität Kapitalanlage ist die Einflussmöglichkeit eher mittelbarer Natur und die Anforderung tendenziell höher.

Wenn ein Assekuradeur beispielsweise in den eigenen Richtlinien Investitionen von Kundengeldern in Kohleunternehmen vollständig ausschließt, sollten dies dann alle Risikoträger simultan erfüllen, damit ein Versicherungsnehmer sicher sein kann, dass seine Prämie auch tatsächlich nicht kontrovers angelegt wird.

Der Grad der Einflussnahme eines Assekuradeurs hängt hier sicherlich auch von seiner absoluten und relativen Größe im Markt sowie in der Beziehung zu seinen Risikoträgern ab.

Mit Germanbroker.net veröffentlicht das siebte Unternehmen ein Nachhaltigkeitsrating. Was glauben Sie, wie Ihr Rating im Markt wahrgenommen wird?

Wir haben den Eindruck, dass unser Nachhaltigkeitsrating von den Marktteilnehmern als qualitativ anspruchsvoll wahrgenommen wird. Es ist in der Assekuranz sicherlich eine Ausnahme, dass bei einem interaktiven Rating ein ‚BBB‘ veröffentlicht wird, insoweit gebührt der Entscheidung von GBnet hier Respekt und zeigt die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dies kann dafür sorgen, dass Versicherer und Vertriebe weiter für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden.

Die Fragen stellte

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