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MRH Trowe kauft bAV-Spezialisten

18.1.2023 – Der Industriemakler stellt sich mit dem Zukauf von Lurse noch bereiter auf. Die Übernahme muss noch genehmigt werden. Gleichzeitig erteilt der Großmakler Kooperationen mit anderen Maklern eine deutliche Abfuhr. Das Unternehmen möchte weiterhin nur über Integrationen wachsen.

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Die Mesterheide Rockel Hirz Trowe AG Holding (MRH Trowe) setzt ihre anorganische Wachstumsstrategie fort. Der Industrie-Versicherungsmakler hat zum 1. Januar den Rentenberater Lurse AG aus Salzkotten bei Paderborn vollständig gekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Gleichzeitig treten die Lurse-Vorstände Birgit Horak und Matthias Edelmann dem Gesellschafterkreis der MRH-Trowe-Gruppe bei. Die Transaktion steht aber noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Die MRH-Trowe-Gruppe verwaltet nach eigenen Angaben derzeit ein Prämienvolumen von mehr als 550 Millionen Euro.

bAV-Plattform soll ausgebaut werden

Matthias Edelmann (Bild: Lurse)
Matthias Edelmann (Bild: Lurse)

In einer Online-Pressekonferenz wurde vor allem die hohe Kompetenz von Lurse AG der digitalen bAV-Administration und Versicherungs-mathematischen Bewertung von bAV-Systemen hervorgehoben.

„Mit der Plattform ‚P·LIVE‘ können Kapitalanlagen von Mitarbeitern schnell hin- und zurück gespielt werden“, erläuterte Matthias Edelmann. Die Plattform für betriebliche Altersversorgung, Zeitwertkonten, CTAs und Altersteilzeitlösungen soll nun ausgebaut werden. Hinsichtlich der Kundengröße sei man nach allen Seiten offen.

Bisher wurden vor allem Großunternehmen und Mittelständler ab rund 100 Mitarbeitern beraten. „Wir haben schon in Vergangenheit unsere Maklerkunden auf Benefits angesprochen und wurden von ihnen angesprochen. Doch fachlich waren wir hier limitiert. Das gilt auch für aktuarielle Dienstleistungen und weltweite Benefitangebote“, begründete MRH-Trowe Vorstand Ralph Rockel die Übernahme.

Nun könne für die Kunden eine ganzheitliche Dienstleistung angeboten werden, die von der Sachversicherung über alternative Finanzierung, betriebliche Altersvorsorge bis hin zu Human-Resource-Beratung reiche.

bAV-Umsatz soll 20 Prozent ausmachen

Birgit Horak (Bild: Lurse)
Birgit Horak (Bild: Lurse)

Zudem würde Lurse als inhabergeführtes Unternehmen kulturell gut zur MRH-Trowe Gruppe passen. So könnten die hinzugewonnenen Kompetenzen in der HR-Beratung auch der rund 1100 Mitarbeitenden umfassenden Maklerbelegschaft zugutekommen.

„Wir haben viel Erfahrung mit HR-Projekten und können sie auch nach innen zum Einsatz bringen“, stellte Birgit Horak fest.

Trotz des Zusammenschlusses sucht MRH Trowe weiterhin neue Mitarbeiter.

Für 2023 peilt die Gruppe einen Umsatz von über 150 Millionen Euro an. Rund 20 Prozent sollen dann auf die bAV und HR-Beratung entfallen.

Mit der Neuaufstellung glaubt sich der Versicherungsmakler in der Lage, internationale Managementberatungen angreifen zu können. Genannt wurden Willis Towers Watson, Mercer und Aon.

Weiterhin keine Maklerkooperation

Ralph Rockel (Bild: Frank Beer)
Ralph Rockel (Bild: Frank Beer)

Eine Kooperation mit anderen Versicherungsmaklern gab es bisher nicht. „Sie ist auch künftig nicht vorgesehen“, bestätigte Rockel. Vielmehr sollen weiterhin andere Maklerhäuser übernommen werden. Rockel: „Wir haben einige im Auge, können aber derzeit keine konkreten Namen nennen.“

Rund 15 Unternehmen in zwei Jahren ist die Kaufbilanz. Scheinbar kann der Makler seit dem Einstieg des britischen Privat-Equity-Investors Anacap im Jahre 2020 aus dem Vollen schöpfen.

Nachdem MRH Trowe im September 2022 die strategische Partnerschaft mit dem Versicherungs- und Finanzmakler AFM Holding AG (VersicherungsJournal 5.9.2022) bekannt gegeben hat, baute der Industrie-Versicherungsmakler jüngst seine Präsenz im Norden durch den Erwerb der Meyer & Löffler GmbH & Co. KG (25.10.2022) weiter aus.

Einer der zehn größten Versicherungsmakler in Deutschland

MRH Trowe gehört zu den zehn größten deutschen Industrieversicherungs-Maklern.

Laut MRH Trowe Vorstand Marco Gerhardt gibt es heute eine klar definierte Buy&Build-Strategie. Das anorganische Wachstum erfolge durch Zukäufe in strategisch wichtigen Regionen oder Branchensegmenten sowie deren Integration in das bundesweite Netzwerk aus Fach- und Branchenexperten.