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Erwerbsminderungsrente für Neurentner im Schnitt 917 Euro

10.6.2022 – Letztes Jahr haben laut einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung über 165.800 Bürger erstmalig eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten. Deren Höhe reicht jedoch bei Weitem nicht, das Einkommen, das ein Betroffener während der Erwerbstätigkeit vor der Erwerbsminderung erhalten hat, auch nur annähernd auszugleichen.

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Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EMR) hat, wer auf nicht absehbare Zeit aus gesundheitlichen Gründen weniger als sechs Stunden am Tag irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann und die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.

Dazu muss der Betroffene bis auf wenige Ausnahmen vor Eintritt des Versicherungsfalles wenigstens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen sein und davon mindestens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet haben.

165.000 neue EM-Rentner in 2021

Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten letztes Jahr 165.803 Personen erstmalig eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente ausbezahlt und damit 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag, also die Rentenhöhe abzüglich die in der Regel von Rentnern zu zahlenden Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, betrug bei diesen Neurentnern rund 917 Euro. Davon ist gegebenenfalls noch Einkommensteuer abzuziehen.

Volle Erwerbminderungsrente im Schnitt bei 972 Euro

Insgesamt gibt es drei unterschiedliche gesetzliche Erwerbsminderungsrenten: Eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt derjenige, der weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann.

Wer aufgrund eines physischen Leidens oder psychischer Störungen mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden arbeiten kann, erhält, sofern die versicherungs-rechtlichen Kriterien erfüllt sind, eine gesetzliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Zudem gibt es noch eine spezielle Erwerbsminderungsrente für Bergleute.

Der Großteil der erwerbsgeminderten Neurentner, nämlich über 87,2 Prozent beziehungsweise 144.600 Betroffene, erhielten 2021 eine volle Erwerbsminderungsrente. Der monatliche Rentenzahlbetrag betrug im Schnitt 972 Euro.

Die mittlere Teilrente beträgt 541 Euro

Rund jeder achte Erwerbsminderungsrenten-Erstbezieher bekam 2021 eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ausgezahlt. Diese 20.691 Neurentner erhielten einen durchschnittlichen Rentenzahlbetrag von je 541 Euro im Monat.

512 Personen, das waren rund 0,3 Prozent aller Neurentner mit einer Erwerbsminderung, bekamen letztes Jahr eine Erwerbsminderungsrente für Bergleute. Die Höhe dieses Rentenzahlbetrages betrug im Durchschnitt knapp 606 Euro monatlich.

Bei allen Erwerbsminderungsrenten-Arten haben Frauen im Schnitt eine niedrigere Rentenhöhe als Männer. Ein Grund dürfte sein, dass statistisch gesehen immer noch mehr Frauen als Männer in Berufen mit niedrigeren Löhnen arbeiten.

Höhe der Erwerbsminderungsrente (EMR) bei Neurentnern in 2021

Rentenart

Männer

Frauen

Gesamt

Anzahl

Euro*

Anzahl

Euro*

Anzahl

Euro*

volle EMR

70.514

1.002

74.086

944

144.600

972

teilweise EMR

8.388

586

12.303

511

20.691

542

EMR für Bergleute

484

628

28

220

512

606

EMR gesamt

79.386

956

86.417

882

165.803

918

Kriterien für die Rentenhöhe

Die Rentenhöhe einer vollen EMR hängt unter anderem vom bisherigen Einkommen und den dadurch erzielten Renten-Entgeltpunkten sowie vom Alter beim Renteneintritt ab. Die Teilrente ist halb so hoch wie die volle Versorgung.

Die volle Erwerbsminderungsrente berechnet sich nach der Höhe der gesetzlichen Altersrente, auf die man zur maßgeblichen Altersgrenze Anspruch gehabt hätte, wenn der Verdienst weiterhin so geblieben wäre wie vor Eintritt der Erwerbsminderung.

Seit 2020 wird die maßgebliche Altersgrenze entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und neun Monaten bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre schrittweise erhöht. Bei einem Rentenbeginn in 2022 wären es 65 Jahre und elf Monate.

Die Zurechnungszeit erhöht die Versorgung

Die Zeit zwischen dem Eintritt der Erwerbsminderung und der maßgeblichen Altersgrenze, nach der sich die Rentenhöhe berechnet, bezeichnet man als Zurechnungszeit.

In dieser Zurechnungszeit wird der Betroffene in etwa so gestellt, als hätte mit seinem bisherigen Durchschnittsverdienst vor der Erwerbsminderung weitergearbeitet und Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt. Ohne diese Zurechnung würde ein Betroffener, der in jungen Jahren eine Erwerbsminderung erleidet, noch weniger Rente erhalten.

Erwerbsminderungsrente mit oder ohne Abschläge

Gesetzlich geregelt ist zudem das Renteneintrittsalter, ab wann man eine abschlagsfreie Erwerbsminderungsrente erhält. Bei Renteneintritt in 2021 musste man dazu 64 Jahre und sechs Monate alt gewesen sein. In 2022 sind es 64 Jahre und acht Monate. Diese Altersgrenze erhöht sich bis 2024 jährlich um zwei Monate.

Ab 2024 ist eine Erwerbsminderungsrente abschlagsfrei, wenn der Renteneintritt mit dem 65. Lebensjahr oder später erfolgt. Wer vor dieser Altersgrenze eine Erwerbsminderungsrente beansprucht, dem wird ein Rentenabschlag von bis zu 10,8 Prozent von der Rentenhöhe abgezogen.

Ausnahme: Langjährig Versicherte, die bis zum Renteneintritt bereits eine 35-jährige Wartezeit vorweisen können, erhalten bereits bei einem Leistungsbeginn mit 63 Jahren eine abschlagsfreie Erwerbsminderungsrente. Bei Renteneintritt ab 2024 ist dazu eine 40-jährige Wartezeit notwendig.

Details zur EMR enthält die kostenlos herunterladbare DRV-Broschüre „Erwerbsminderungsrente: Das Netz für alle Fälle“.

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