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Finanztip fordert Beitragserstattung bei geringerer Fahrleistung

1.10.2020 – Nach Meinung des Portals Finanztip sollten Kfz-Versicherer grundsätzlich einen Jahresnachlass geben, wenn die Fahrleistung sinkt und der Kunde dies anzeigt. Sonst würden sich Versicherer an den Corona bedingten geringeren Fahrleistungen bereichern. Über Musterrechnungen hat das Portal viel Sparpotential für Wechsler ermittelt. Die Empfehlungen, Vergleichsportale zu nutzen und auch die Huk24 zu beachten, sind nicht ganz uneigennützig, denn so werden die eigenen Bezahl-Links mitbeworben.

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Kfz-Versicherungen sollen Autofahrern, die durch die Corona-Krise wenig gefahren sind, Geld zurückerstatten. Das hat Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur und Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH, gefordert.

Nach einer Musterrechnung würde ein Pendler, der einen Arbeitsweg von 15 Kilometer mit dem Auto bewältigen muss, durch Lockdown und Homeoffice aufgrund der Corona-Krise rund 4.500 Kilometer pro Jahr weniger fahren.

Meist volle Rückerstattung bei geringerer Fahrleistung

Die meisten Assekuranzen würden, wenn die Kunden eine voraussichtlich geringere Fahrleistung für 2020 melden, rückwirkend für das ganze Jahr den Tarif neu berechnen. Dann kommt es zu einer sofortigen Rückerstattung. Einige Versicherer würden den Beitrag jedoch erst ab der Meldung entsprechend herabsetzen.

In den Bedingungen mancher Anbieter, wie etwa der Janitos Versicherung AG, wird die risikoarme Jahresfahrleistung erst mit der nächsten Versicherungsperiode berücksichtigt. Tenhagen kritisierte Regelungen, die keine volle Rückerstattung vorsehen: „Das Verhalten ist schofel. Man kann sich nicht an der Coronakrise bereichern.“

So gehen Kfz-Versicherer mit der Korrektur der Fahrleistung um

Anbieter

Meldung rückwirkend für 2020 möglich?

Admiraldirekt.de GmbH

ja

Allianz Versicherungs-AG

ja

Axa Versicherung AG

nein *

BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG, Prestige

ja *

Bavariadirekt, Marke der Ovag Ostdeutsche Versicherung AG

ja

Condor Allgemeine Versicherungs-AG

ja *

Confidon, Marke der Check24 Vergleichsportal für Versicherungen GmbH **

nein

Cosmos Versicherung AG

ja

DEVK Versicherungen

nein

Dialog Versicherung AG

ja

Ergo Versicherung AG

ja

Deutsche Niederlassung der Friday Insurance S.A.

ja

Gothaer Allgemeine Versicherung AG

nein

Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG

nein

Huk-Coburg Versicherungen

ja

Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG

ja

Janitos

nein ***

Kravag Allgemeine Versicherungs-AG

ja

Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH)

ja

LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.

nein *

Nexible Versicherung AG

ja

Nürnberger Versicherungen

nein

Provinzial Nordwest Versicherungen

ja

R+V Direktversicherung AG

ja

Rheinland Versicherungs AG

ja *

Sparkassen Direktversicherung AG

ja

Verti Versicherung AG

ja

VHV Allgemeine Versicherung AG

nein

Versicherungskammer Bayern

ja

Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG

ja

WGV-Versicherung AG, Optimal

ja

Württembergische Versicherung AG

nein

5.000 Kilometer weniger sparen rund elf Prozent Prämie

Nach Feststellung von Finanztip müssten Kunden, die beispielsweise 5.000 Kilometer weniger fahren als ursprünglich angegeben, um einen Prämiennachlass von rund elf Prozent erhalten.

Die Versicherungsnehmer sollten daher unbedingt ihre aktuelle Fahrleistung dem Versicherer melden. „Machen Sie das notfalls mit einem Einschreiben, sonst heißt es nachher, dass der Brief nicht angekommen ist“, warnte Tenhagen.

Bei Versicherern, die keine Rückerstattung für das gesamte Jahr gewähren, sollten die Kunden nicht bleiben. Im Schnitt könnten die Kunden rund zehn Prozent sparen, wenn sie ihren Versicherer wechseln würden.

Über 47 Prozent bei der Kfz-Versicherung Ersparnis möglich

Hermann-Josef Tenhagen (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Hermann-Josef Tenhagen
(Archivbild: Schmidt-Kasparek)

Die durchschnittliche Abweichung vom besten Preis betrug bei den Vergleichsportalen Verivox GmbH 8,3 Prozent, bei Check24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH 11,7 Prozent und dem Direktversicherer Huk24 AG 9,6 Prozent.

Die größte Abweichung betrug bei Verivox 29,1 Prozent, bei Check24 32,9 Prozent und beim Online-Anbieter Huk24 47,2 Prozent.

Die Analyse gilt für Tarife, die in der Kfz-Haftpflichtversicherung eine Deckungssumme von 100 Millionen Euro aufweisen und eine sogenannte Mallorca-Police inkludiert haben, die für Mietwagen in Europa den heimischen Schutz vorsieht.

In der Kaskoversicherung müssen die Tarife den Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit, die Abdeckung von Marderbissen und deren Folgeschäden sowie Schutz bei jeder Tierkollision bieten. Untersucht wurden die Prämien an 32 Musterprofilen.

Da die Daten aber schon im August und September erhoben wurden, dürften vielfach die neuen Kfz-Versicherungsprämien, die zum 1. Januar gelten, nicht in die Analyse eingeflossen sein. Tendenziell dürfte es aber weiterhin ein deutliches Sparpotential für die meisten Autofahrer geben, wie ein aktueller Vergleich über das Vergleichsportal Nafi-auto.de GmbH zeigt.

Nafi wird nicht empfohlen

Laut Finanztip hat Nafi die meisten Versicherer im Vergleich. Trotzdem wird das Portal nicht empfohlen, weil die Kunden dort nicht direkt eine Police abschließen können. „Gehen Sie besser auf ein echtes Vergleichsportal“, sagte Kathrin Gotthold, die bei Finanztip den Versicherungsbereich betreut. Zudem sei die Huk24 wichtig, weil sie nicht in den Portalen gelistet wird.

Die als „echte“ Vergleichsportale bezeichneten Unternehmen Verivox und Check24 sind Versicherungsmakler, die für die Vermittlung jedes Versicherungsvertrages eine Provision erhalten.

Auch Finanztip erhält eine Provision, wenn Kunden über die Seite von Finanztip auf diese Vergleichsprotale oder den empfohlenen Direktversicherer Huk24 klicken und dann dort einen Versicherungsvertrag abschließen.

Beschwerdequoten im Blick halten

Keine systematischen Daten hat Finanztip zur Schadenregulierung. Daher könne ein Blick auf die Beschwerdequoten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) (VersicherungsJournal 13.5.2020) laut Tenhagen „nicht schaden“.

Auch wenn Direktversicherer oftmals hier besonders hohe Klagequoten aufweisen, möchte Finanztip keine großen Serviceversicherer empfehlen.

Laut Tenhagen seien die Bafin-Quoten oft aus strukturellen Gründen schwer zu vergleichen. „Wer mehr Haftpflichtpolicen hat, bekommt auch mehr Beschwerden“, meint Tenhagen.

Weiterhin kritisiert das Portal Alterszuschläge für Senioren. 75-jährige Fahrer müssten gegenüber den 65-Jährigen einen Zuschlag von 36 Prozent und gegenüber den 55-Jährigen sogar eine Mehrprämie von 48 Prozent zahlen. „Gegenläufig ist aber der Schadenfreiheitsrabatt, der im Alter steigt“, erläuterte Gotthold.

Telematik lohnt nur für junge Fahrer

Daher wird für Senioren kein Telematik-Tarif empfohlen. Hier können passive Fahrer einen hohen Nachlass erhalten, wenn sie technisch ihren Fahrstil überwachen lassen. „Telematik-Angebote lohnen sich trotzdem nur für junge Fahrer“, meint Gotthold. Denn sie würden einen deutlich höheren Zuschlag zahlen und hätten noch keinen hohen Schadenfreiheitsrabatt erfahren.

Dagegen hatte kürzlich der ADAC vorgerechnet, dass auch ältere Fahrer mit hohem Schadenfreiheitsrabatt durch ihren Fahrstill mehrere Hundert Euro sparen können (28.9.2020).

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