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Generali: Vitality-Tarif für die PKV ist vorerst abgesagt

10.9.2019 – Trotz diverser Ankündigungen in den vergangenen Jahren wird sich die Generali von ihren Plänen, das Vitality-Programm in der privaten Krankenversicherung einzuführen, vorerst verabschieden. Vorstandsmitglied Dr. Jochen Petin nannte als Grund eine unzureichende Kalkulationsbasis. Das digital gestützte Programm des Versicherers, das gesundheitsbewusstes Verhalten fördern soll, war von Beginn an von Daten- und Verbraucherschützern kritisiert worden.

Jochen Petin (Bild: Central)
Jochen Petin (Bild: Central)

Die Generali-Gruppe wird in nächster Zeit wohl keinen verhaltensbasierten Tarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) einführen. Das berichteten vergangene Woche das Portal der Ärztezeitung und die Süddeutsche Zeitung online unter Berufung auf Aussagen von Dr. Jochen Petin.

Keine ausreichende Datenbasis

Der Manager ist bei der Generali Deutschland AG zuständiger Vorstand für den Bereich Gesundheit (VersicherungsJournal 8.9.2017). Seit 2015 ist er Vorstandschef der Central Krankenversicherung AG (22.5.2015) sowie der Envivas Krankenversicherung AG.

Hintergrund für den Rückzug sei, dass es zurzeit keine ausreichende Datenbasis gebe, um einen solchen PKV-Tarif seriös zu kalkulieren. Das erklärte Petin letzte Woche auf der Euroforum-Konferenz „PKV aktuell und digital“ in Berlin gegenüber den erwähnten Medien. Vorstellen könne er sich aber eine Beitragsrückerstattung für Kunden, die am „Vitality“-Programm teilnehmen.

Daten gegen Rabatte

Bereits 2015 hatte die Generali das digital gestützte Gesundheitsprogramm angekündigt, mit dem eine gesundheitsbewusstere Lebensführung der Kunden gefördert werden soll. Hierzu müssen diese bereit sein, dem Unternehmen persönliche Daten zu überlassen. So sollen beispielsweise Vorsorgetermine dokumentiert oder die Schritte, die der Versicherte täglich macht, gezählt werden.

Die Versicherten sollten im Gegenzug Rabatte auf Prämien oder Gutscheine bei verschiedenen Händlern und Dienstleistern erhalten (24.6.2016, 23.6.2015).

Verhaltensbasierter PKV-Tarif kommt, aber später

Das Angebot für die PKV scheint in der Münchener Deutschlandzentrale nicht komplett vom Tisch zu sein.

„Es ist weiterhin geplant, Generali-Vitality in Verbindung mit einer Krankenversicherung anzubieten. Allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben zu einem solchen Programm machen. Die Einführung mit der Krankenversicherung erfordert besondere Sensibilität und das Geschäftsmodell muss dementsprechend angepasst werden“, erklärte der Versicherer am Montag auf Nachfrage.

Des Weiteren sei Vitality ein wesentlicher Bestandteil der „bisher mehr als 270.000 verkauften Smart-Insurance-Verträge und auf diesen Erfolg möchten wir weiterhin bauen“, so das Unternehmen. Inzwischen sei das Gesundheitsprogramm außerdem bei allen Lebensversicherern der Generali-Gruppe in Deutschland erhältlich.

Die Dialog Lebensversicherungs-AG hatte das Programm mit ihren Risikolebens- und Berufsunfähigkeits- (BU-) Tarifen kombiniert (21.2.2017, 27.10.2016). Die Aachenmünchener Lebensversicherung AG startete mit dem Vertrieb von Vitality in Verbindung mit dem „Vermögensaufbau & Sicherheitsplan“ im Vorjahr (8.2.2018).

Kritik von Daten- und Verbraucherschützern

Das Präventions- und Bonusprogramm ist von Beginn an mehrfach kritisiert worden. Datenschützer warnten zum Beispiel vor dem „gläsernen Patienten“, der im Rahmen des Projekts dazu gebracht werde, sensible Gesundheitsdaten herauszugeben (21.1.2015).

Den „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ des Unternehmens hatte der Bund der Versicherten e.V. (BdV) im vergangenen Jahr für den „Versicherungskäse des Jahres“ nominiert (11.4.2018). Die Kombination von Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung und Gesundheitsprogramm (26.10.2017) hielt die Jury nicht nur datenschutzrechtlich, sondern auch aus Sicherheitsgründen für bedenklich.

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