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Kommentar

GF-Tarif der VKB bringt Verbesserungen mit Kundennutzen

7.9.2022 – Bei ihrer neuen Grundfähigkeits-Versicherung hat die Versicherungskammer Bayern einige Leistungen in den Tarif gepackt, die vor allem sinnvoll für den Kunden sind. Versichert werden können Basisfähigkeiten und einige optionale Pakete. Dazu gibt es unter anderem eine Familienabsicherung, die bis zu zwölf Monatsrenten, maximal 24.000 Euro leistet. Die Definitionen bewegen sich am oberen Marktstandard. Positiv fällt auf, dass zum Teil einfach messbare Zeitwerte eingebunden sind, meint der Biometrie-Experte Philip Wenzel in seinem Gastbeitrag.

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) ist im Maklermarkt nicht unbedingt für Innovationen bekannt. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn der Versicherer mit einem neuen Risikotarif auch mal einen Schritt weiter geht als der Wettbewerb.

Das ist umso lobenswerter, weil es bei den Verbesserungen im Vergleich zum Markt „nur“ um den Kundennutzen geht. Denn diese Neuerungen sind derzeit in fast keinem Rating relevant.

Aber der Reihe nach: Die VKB hat nun auch eine Grundfähigkeits- (GF-) Versicherung. Wie bei allen anderen Anbietern auch, sind die Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen zweispaltig geschrieben. Das ist ausgedruckt zwar einfacher zu lesen – aber am Bildschirm stört es, weil man ständig am Scrollen ist. Das wird wohl noch dauern, bis das Bewusstsein für diese Problematik in der Branche ankommt.

Basisfähigkeiten und verschiedene Pakete

Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)

Versichert sind die Basisfähigkeiten Armgebrauch, Handgebrauch, Greifen und Halten, Hören, Sprechen, Sehen, Gehen, Stehen, Sitzen, Knien, Bücken, Heben und Tragen, Treppensteigen, Gleichgewicht halten, Pflegebedürftigkeit und Schreiben. Im Paket „Mobilität“ ist Auto- und Motorradfahren, Fahrradfahren und das Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs versichert.

Das Paket „Büro“ enthält Smartphone, Fingerfertigkeit, Tippen/Tastatur und Bildschirmarbeit. Im Paket „Zupacken“ ist Ziehen und Schieben, Schutzfunktion der Haut, Infektion, Riechen und Schmecken und der Tastsinn versichert.

„Kopf“ enthält eigenverantwortliches Handeln, Intellekt und Demenz. „Psyche“ versichert schwere Depression und Schizophrenie und „Psyche Plus“ leistet bei voller Erwerbsminderung infolge psychischer Erkrankung.

Dazu gibt es beinahe logischerweise die Arbeitsunfähigkeits- (AU-) Klausel für bis zu 24 Monaten als Baustein, eine Anfangs- und Wiedereingliederungs-Hilfe, die Familienabsicherung und eine Leistung bei schweren Erkrankungen.

Familienabsicherung leistet bis zu zwölf Monatsrenten

Hierbei gefällt die Familienabsicherung ganz besonders. Denn meines Erachtens ist die Grundfähigkeits-Versicherung in erster Linie keine Alternative zur Berufsunfähigkeits-Versicherung, sondern eine Absicherung des Alltags. Und bei Eltern gehört die Familie dazu.

Die Familienabsicherung leistet bis zu zwölf Monatsrenten, maximal 24.000 Euro, wenn ein Kind, das im Haushalt der versicherten Person lebt, dauerhaft an einer schweren Erkrankung leidet. Darunter fallen Krebs, ein gutartiger Hirntumor, eine bakterielle Meningitis, Enzephalitis, Polio, eine Lähmung oder Taubheit.

Auch wenn der Partner dauerhaft pflegebedürftig ist, leistet die Versicherungskammer Bayern in diesem Baustein bis zu zwölf Monatsrenten beziehungsweise maximal 24.000 Euro.

Der Gedanke dahinter ist sehr gut und richtig. Im nächsten Schritt sollte man dann davon wegkommen, hier eine reine Geldleistung zu platzieren, und lieber Erleichterungen in Form von Pflegeunterstützung, Betreuung und andere Hilfen im Alltag anbieten. Dann wird der Versicherer vielleicht auch mehr als Unterstützer, der sich um den Versicherten sorgt, wahrgenommen.

Definitionen am oberen Marktstandard

Die Grundfähigkeiten sind auf oberem Marktstandard definiert. Negativ fällt eigentlich nur das „Fahrradfahren“ auf, da dabei auch auf ein Dreirad hin geprüft wird. Hier ziehen die Grundfähigkeits-Versicherer in der Top Fünf am Markt hingegen ein einspuriges Fahrrad heran.

An der Formulierung für das „Treppensteigen“ darf sich allerdings der Markt eine Scheibe abschneiden. Hier ist die VKB der einzige Versicherer am Markt, der einen Zeitwert angibt. Die zwölf Stufen müssen in sechs Minuten auf und ab genommen werden.

Das ist deutlich besser objektivierbar, als zum Beispiel die Formulierung, dass die zwölf Stufen ohne eine Pause von mehr als einer Minute zu bewältigen sind. Denn wo fängt eine Pause an? Was ist, wenn die Stufen extrem langsam, aber gleichmäßig bezwungen werden?

Bei den Grundfähigkeiten „Smartphone“ und der „Tastatur“ müssen die Wörter innerhalb von fünf Minuten getippt werden.

Interessante Alternative vor allem für junge Familien

Unterm Strich bietet die VKB mit der neuen GF-Versicherung dem Markt eine interessante Alternative vor allem für junge Familien, die neben dem Einkommen, das mit einer Berufsunfähigkeits-Versicherung abzusichern ist, auch noch den Alltag und die durch einen Grundfähigkeitsverlust entstehenden Kosten abdecken wollen.

Es wäre im Kundensinne wünschenswert, wenn die anderen Anbieter am Markt ebenfalls einfach messbare Zeitwerte in die Definitionen einbinden würden. Auch die Idee des Familienbausteins ist nachahmenswert und lässt sich noch in viele Richtungen weiterdenken.

Dann würden Versicherer vielleicht mal wegkommen vom Image des Leistungserbringers in Form von Geld. Damit würde es hingehen zur Vorstellung eines Unternehmens, das einen in schweren Zeiten dabei unterstützt, wieder gesund zu werden oder bestmöglich mit der Einschränkung zu leben.

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