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Krankenkassen: Wer 2022 günstig und wer teuer startet

14.1.2022 – Die Stiftung Warentest veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Auswertung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest und online. Günstigste bundesweite Anbieter sind demnach die HKK und die BKK Firmus. Teuer wird es für Mitglieder der BKK24.

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Pünktlich zum Jahresauftakt vergleicht Stiftung Warentest die Beiträge, Zusatzbeiträge und die Extra-Leistungen der Krankenkassen. Die vorläufigen Ergebnisse aus dem Dezember 2021 haben die Verbraucherschützer in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. Eine laufende Aktualisierung stellt die Redaktion online auf ihrer Webseite zur Verfügung.

Die Redakteure haben für ihre Auswertung nach eigenen Angaben 69 für alle Versicherten geöffneten Anbieter der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter die Lupe genommen. Hier seien rund 98 Prozent aller Versicherten abgesichert, so die Tester.

Bereits vergangenen Sommer verglich die Redaktion von Finanztest 71 Kassen (VersicherungsJournal 18.8.2021), zwei Jahr zuvor 75 Körperschaften (22.7.2019). Folgende Anbieter sind in der Auswertung nicht vertreten, wie das Magazin auf seiner Website ausweist: BKK Textilgruppe Hof, BKK Werra Meissner, Debeka BKK und Continentale BKK.

Wer senkt und wer erhöht

Ein Ergebnis der Analyse: Insgesamt bleiben die Beiträge bei 36 Kassen stabil, trotz Coronakrise. Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, den jede Gesellschaft selbst festlegt. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der GKV für 2022 auf unverändert 1,3 Prozent festgesetzt (21.10.2021).

Laut Finanztest senkt zum Beispiel die BKK Gildemeister Seidensticker ihren Zusatzbeitrag in diesem Jahr von 1,2 auf 0,9 Prozent, ähnliches streben die BKK Technoforum und BKK ZF & Partner an. Verwaltungsrat und Aufsichtsbehörde mussten den Plänen noch zustimmen.

Nach einer Analyse des VersicherungsJournals senken neun Akteure ihren Zusatzbeitrag. Zu dieser Gruppe gehören neben der BMW BKK (minus 0,50 Prozentpunkte) auch die BKK ZF & Partner (minus 0,35) und die BKK Dürrkopp Adler (minus 0,32). Jeweils minus 0,30 Prozent gehen BKK EVM, die BKK Gildemeister Seidensticker und die BKK Herkules runter (23.12.2021).

14 Kassen nehmen Erhöhungen vor. Am stärksten fällt diese bei der BKK Würth (plus 0,70 Prozentpunkte) aus. Um jeweils 0,40 Prozentpunkte höher fällt der Aufschlag bei der AOK Nordwest – Die Gesundheitskasse und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse aus. Jeweils 0,30 Prozentpunkte mehr sind es bei der BKK Exklusiv und der Handelskrankenkasse (HKK).

Die günstigsten und die teuersten Kassen

Die teuersten Kassen sind laut Tabelle im Januar-Magazin mit dem höchst möglichen Beitragssatz von 15,89 Prozent folgende Körperschaften:

Für die als preisattraktiv bekannte Handelskrankenkasse (HKK) weist Finanztest online unter „Testergebnisse“ einen Beitragssatz von 15,29 Prozent aus. Den höchsten Beitragssatz hat aktuell die BKK24 mit 17,10 Prozent. Die Körperschaft hatte wegen einer finanziellen Schieflage (Medienspiegel 3.8.2021, 30.8.2021, Medienspiegel 2.9.2021) den Zusatzbeitrag auf 2,5 Prozent erhöht.

Finanztest: Die zehn günstigsten bundesweit geöffneten Krankenkassen

Krankenkasse

Beitragssatz in Prozent

HKK

15,29

BKK Firmus

15,44

BKK Gildemeister Seidensticker

15,50

BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg (BKK-SBH)

15,58

Bertelsmann BKK

15,60

Audi BKK

15,70

BKK Scheufelen

15,70

BKK Verbundplus

15,70

Heimat Krankenkasse

15,70

IKK gesund Plus

15,70

Die Zeitschrift Finanztest 1/2022 ist für 6,50 Euro im Zeitschriftenhandel zu kaufen. Das Heft ist auch als E-Paper für 5,99 Euro online erhältlich. Der online abrufbare „Krankenkassenvergleich 2022“ kostet 3,50 Euro.

Krankenkassen werden deutlich weniger

Nach Analyse des VersicherungsJournals haben 23 Kassen beim Gesamtbeitragssatz eine 16 vor dem Komma. Jeweils 16,30 Prozent sind es bei der AOK Nordost– Die Gesundheitskasse und der AOK Nordwest – Die Gesundheitskasse. 16,20 Prozent sind es bei der BKK MTU, der BKK VBU, der Knappschaft-Bahn-See und der Viactiv Krankenkasse.

Zum Jahresbeginn 2022 hat sich die Zahl der Krankenkassen von zuvor 102 auf 97 reduziert. Hintergrund ist neben der Fusion der BKK der Grillo Werke AG und der Bergischen Krankenkasse zur Bergischen Krankenkasse das Zusammengehen mehrerer weiterer Körperschaften (10.1.2022).

Insgesamt ging die Krankenkassenzahl 2021 drei Mal so stark zurück wie im Vergleichsvorjahr. Höher war die Zahl der Vereinigungen der Gesellschaften nach Daten des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) zuletzt 2014 mit acht Zusammenschlüssen. 2010 waren es sogar noch fast drei Dutzend.