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Kritische Lücken im Kfz-Schutz werden zunehmend geschlossen

14.11.2019 – Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Franke und Bornberg GmbH, kommentiert im Interview die aktuellen Trends sowie die Vorgehensweise und die Tendenzen seines neuen Kfz-Ratings. Das vollständige Interview ist im aktuellen VersicherungsJournal Extrablatt 4|2019 abgedruckt, das seit dem 21. Oktober im Internet zur Verfügung steht.

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Autoversicherungs-Rating

Die Franke und Bornberg Research GmbH hat in ihrem vierten Autoversicherungs-Rating 260 Tarife und Tarifkombinationen von 79 Anbietern bewertet (VersicherungsJournal 6.11.2019). Das Bewertungsverfahren fußt auf den Versicherungs-Bedingungen des jeweiligen Produkts. Knapp jeder dritte Tarif beziehungsweise jede dritte -kombination hat in der aktuellen Ausgabe die Höchstnote „FFF“ erhalten.

VersicherungsJournal: Im letzten Jahr erreichte fast ein Viertel der in ihren Kfz-Versicherungsrating untersuchten Tarife die Höchstbewertung „FFF“ (hervorragend). Setzt sich der Trend zu immer leistungsstärkeren Tarifen fort?

Michael Franke: Ja, dieser Trend lässt sich durchaus feststellen. In anderen Versicherungsbereichen, wie zum Beispiel der Berufsunfähigkeits-Versicherung, hat unser Rating zu einer gewissen Standardisierung des Kern-Leistungskataloges geführt. Was wiederum Kunden und Vermittlern zugutekommt, weil sie sich bei entsprechender Note auf wesentliche Leistungsinhalte verlassen können. In der Kfz-Versicherung beobachten wir eine ähnliche Entwicklung, die zu einer generellen Anhebung des Leistungsniveaus führt. Auch in den unteren Tariflinien werden kritische Lücken im Versicherungsschutz mehr und mehr geschlossen. Dennoch wird es auch weiterhin verschiedene Leistungslinien am Markt geben, und das ist gut so.

VersicherungsJournal: Wie sieht es 2019 mit der Formel: „Teuer gleich leistungsstärker“ aus?

Michael Franke (Bild: Meyer)
Michael Franke (Bild: Meyer)

Franke: Diese Formel passt auf jeden Fall innerhalb der Tariflinie eines Versicherers. Es gibt darüber hinaus preisgünstige und weniger preisgünstige Versicherer. Ein teurerer Tarif muss daher auf den Gesamtmarkt bezogen nicht immer besser sein als ein günstigerer. Aber das Leistungsniveau der Tarife spielt aus unserer Sicht bei der Preisgestaltung die Hauptrolle. Viele Versicherer bieten deshalb mehrere Tariflinien, mit unterschiedlichen Leistungsstufen an, um verschieden preissensitive Zielgruppen bedienen zu können.

VersicherungsJournal: Und wie steht es mit den „Billig-Tarifen“– kann der Vermittler diese überhaupt empfehlen?

Franke: Vermittler und Kunden müssen sich darüber im Klaren sein, dass sehr günstige Tarife im Regelfall die eine oder andere Schwäche aufweisen. Das können Beschränkungen bei der Schadenhöhe oder beim Umfang der Schadenursachen sein, wie beispielsweise bei Tierbissschäden. Oder dass Leistungsbereiche gar nicht abgedeckt sind, wie zum Beispiel Eigenschäden. Ein Vermittler sollte immer mit seinen Kunden zusammen die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Leistungsniveaus besprechen. Wenn aufgeklärte Kunden dann dennoch zugunsten des Preises entscheiden, hat ein Vermittler damit kein Haftungsproblem, wenn er seine Beratung gut dokumentiert hat.

VersicherungsJournal: Gibt es Innovationen?

Franke: Die Entwicklungsschritte in den Bedingungswerken spielen sich momentan insbesondere in Bezug auf die Elektromobilität ab. Und hier besonders im Umfang, wie Akkus und die Ladetechnik in den Autos versichert sind.

VersicherungsJournal: Stichwort Elektromobilität: Werden neue Deckungskonzepte den potenziellen Risiken gerecht? Wo sind Lücken?

Franke: Bisher haben noch nicht alle Anbieter Elektrofahrzeuge in den Fokus genommen. Von daher kann je nach Versicherer oder auch je nach Tarif der Schutz hochwertig und umfassend sein – oder eher lückenhaft, weil gerade nicht beziehungsweise noch nicht die Akkus, Leitungen et cetera im Blickfeld der Tarifentwickler stehen. Wer auf ein Elektrofahrzeug umsteigt, sollte also bei seinem bisherigen Versicherer genau hinschauen und nicht einfach den Vorvertrag ohne weitere Prüfung fortführen.

Lesetipp „Rollende Risiken – Effizienter Verkauf von immer mehr Mobilitäts-Absicherungen“
Cover Extrablatt (Bild: VersicherungsJournal)

Das komplette Interview sowie einiges mehr findet sich im VersicherungsJournal Extrablatt 4|2019 „Rollende Risiken – Effizienter Verkauf von immer mehr Mobilitäts-Absicherungen“.

Das Heft ist seit dem 21. Oktober im Internet unter diesem Link einsehbar. Wer das Extrablatt bereits abonniert hat, hat diese Ausgabe automatisch zugesandt bekommen.

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