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Stornoquoten: So schlugen sich die Leben-Marktgrößen

7.11.2022 – Die Allianz erzielte unter den Branchenschwergewichten laut dem Map-Report 926 die niedrigsten Bestandsstornoquoten (Hauptversicherungen, in Relation zu den Verträgen). Die höchste Quote hatte – aufgrund von Sonderfaktoren – die Bayern-Versicherung.

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Die Bestandsstornoquote (Hauptversicherungen, Rückkäufe und Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen zuzüglich sonstiger vorzeitiger Abgänge in Prozent des mittleren Vertragsbestandes des Geschäftsjahres) der deutschen Lebensversicherer lag im vergangenen Jahr zwischen 0,59 Prozent bei der WGV-Lebensversicherung AG und 9,41 bei der Dortmunder Lebensversicherung AG.

Branchenweit erreichte die Quote mit 2,59 Prozent den zweitniedrigsten Wert in diesem Jahrtausend. Dies ist dem Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ zu entnehmen (VersicherungsJournal 7.11.2022).

So schlugen sich die Marktgrößen

Auch bei den zwölf Marktgrößen mit mindestens zwei Milliarden Euro Beitragseinnahmen (16.8.2022) zeigen sich deutliche, wenn auch nicht ganz so große Unterschiede. In die Top Ten schaffte es keiner der Platzhirsche. Am besten schnitt die Allianz Lebensversicherungs-AG ab, die mit einer Quote von 1,42 Prozent an 13. Stelle rangiert.

Zwei Positionen dahinter folgt die Cosmos Lebensversicherungs-AG mit 1,46 Prozent. Unter zwei Prozent blieben ferner die Württembergische Lebensversicherung AG (Position 21) und die Axa Lebensversicherung AG (Rang 31).

Besser als der Markt performten ferner die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die Nürnberger Lebensversicherung AG und die Proxalto Lebensversicherung AG. Etwas schlechter als die Branche schnitten die Generali Deutschland Lebensversicherung AG und die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG ab.

Quoten von über drei Prozent werden für den Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. und die R+V Lebensversicherung AG ausgewiesen. Auf die höchste Quote unter den Marktgrößen kommt die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG mit über vier Prozent.

Stornoquoten der größten Lebensversicherer 2021 (Bild: Wichert)

Sonderfaktoren bei der Bayern-Versicherung

Bei der Interpretation der Quote der Bayern-Versicherung bitten die Map-Reporter „zu beachten, dass der Grund für die vergleichsweise hohe Quote des Unternehmens in einem Sondereffekt des Restkreditversicherungs-Geschäfts liegt.

Dieser ist im Wesentlichen technisch bedingt, da im Falle von Vertragsanpassungen ein stornorelevanter Geschäftsvorfall ausgelöst und ein neuer Vertrag errichtet wird. Bereinigt um das Restkreditversicherungs-Geschäft liegt die stückzahlbezogene Stornoquote zum Jahresende 2021 bei 2,0 Prozent.“

Verbesserungen und Verschlechterungen der Stornoquoten

Im Vergleich zum Vorjahr (23.11.2021) gelangen der Allianz, der Generali und der Württembergische leichte Verbesserungen. Die Quote um über 0,1 Prozentpunkte senken konnten Nürnberger, Proxalto und Zurich Deutscher Herold.

Die Axa, die Bayern-Versicherung und die Cosmos verschlechterten sich minimal, die Alte Leipziger um über 0,1 Prozentpunkte und die Debeka um fast 0,4 Prozentpunkte. Sogar um über 1,6 Prozent erhöhte sich die Quote bei der R+V.

Hintergründe zur Entwicklung bei der R+V Lebensversicherung

Im Geschäftsbericht 2021 erläutern die Wiesbadener dies nicht. Stattdessen wird dort über eine Verringerung der Stornoquote – bezogen auf den laufenden Beitrag – von 3,5 auf 3,2 Prozent informiert.

Ein Blick in die „Anlage1 zum Lagebericht“ (Auflistung „Bewegungen des Versicherungsbestandes im Geschäftsjahr 2021“) zeigt, dass sich die Anzahl der Abgänge um über 70 Prozent auf gut 453.000 Verträge erhöhte.

Dabei verdreifachte sich die Zahl der Rückkäufe und Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen auf über 168.000, wodurch der Anteil an den Abgängen insgesamt von einem Fünftel auf weit über ein Drittel stieg. Bei den regulären Abläufen ging es „nur“ um gut die Hälfte auf knapp 263.000 Policen nach oben. Hier verminderte sich der Anteil von fast 64 auf 58 Prozent.

Der Vertragsbestand wuchs – getragen von der Übernahme der R+V Luxembourg Lebensversicherung S.A. (16.11.2021) – um fast ein Drittel auf knapp 5,6 Millionen.

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 135 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2021) von 76 Anbietern.

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2010 bis 2021. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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