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Altersvorsorge: Der Blick aufs Älterwerden verdüstert sich

23.1.2023 – Immer mehr Leute wollen für das Alter vorsorgen. Das liegt auch daran, dass gut Dreiviertel der Deutschen nicht glauben, in der Altersvorsorge gut aufgestellt zu sein. Während manche nicht können oder wollen, sieht das DIA in einer Untersuchung einen Trend zum Kümmern. Dabei wird auch deutlich: Die gesetzliche Rentenversicherung gewinnt an Vertrauen, während die private und die betriebliche Altersversorgung einen leichten Vertrauensrückgang verbuchen.

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Der Blick auf das Alter wird immer düsterer. Bezogen ist dies auf die Erwartung der Deutschen, auch im Alter noch ihren Lebensstandard halten zu können.

Einmal im Jahr fragt die Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) mit der Insa-Consulere GmbH die Sicht der Bevölkerung auf die eigene Vorsorge ab. Die Ergebnisse sind in der „DIA Deutschland-Trend-Vorsorge 2022“ zusammengefasst. Insgesamt 1.015 erwerbstätige Personen zwischen 18 und 64 Jahren wurden deutschlandweit in der Zeit vom 16. bis 19. Dezember 2022 in einer Online-Umfrage um ihre Stellungnahme gebeten.

Die Inflation und die Ankündigung einer Rezession haben offenkundig in den Erwartungen der Menschen tiefe Spuren hinterlassen.

Klaus Morgenstern, Mitglied des Sprecherkollegiums des DIA

Großteil glaubt an Reduzierung im Alter

Dreiviertel (74 Prozent) der Befragten verneinen bereits, dass sie ihren Lebensstandard im Alter werden halten können. Sie gehen davon aus, dass er gesenkt werden muss. Nur eine Minderheit von 20 Prozent ist der Meinung, dass sie keine Probleme bekommen wird – und selbst diese Zahl ist rückläufig. Im Jahr 2021 waren es noch 29 Prozent mit einem positiveren Blick auf die Zukunft.

Damit weist das Jahr 2022 das schlechteste Ergebnis in einem fünfjährigen Betrachtungszeitraum auf. Während 2018 noch 68 Prozent davon ausgingen, den Standard im Alter senken zu müssen, zeigte sich während der Corona-Jahre 2020 und 2021 ein optimistischerer Trend. Hier gingen lediglich 62 Prozent von einer Verschlechterung aus.

Erwartungen zum Lebensstandard (Bild: DIA)
Annahme, dass der Lebensstandard im Alter sinkt. (Bild: DIA/Insa-Consulere)

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern zu den Gründen: „Die Inflation und die Ankündigung einer Rezession haben offenkundig in den Erwartungen der Menschen tiefe Spuren hinterlassen. Aber rund ein Drittel hat mit Blick auf die finanzielle Absicherung des Lebensabends die richtige Schlussfolgerung gezogen.“

Vorsorge: Mehr Leute wollen sie forcieren

Die Angaben der Deutschen machen deutlich, dass viele neben dem drohenden Absinken des Standards auch reflektieren, dass sie zu wenig für ihre Vorsorge tun. Gerade einmal 28 Prozent sagen, dass sie hinreichend für das Alter vorsorgen.

36 Prozent Zustimmung findet die Aussage, dass zu wenig getan wird, aber in den kommenden zwölf Monaten mehr für die Altersvorsorge getan werden soll. Das ist der höchste Zustimmungswert im Betrachtungszeitraum 2017 bis 2022. Eine ähnlich hohe Zustimmung mit 35 Prozent gab es nur 2017.

Ebenfalls 36 Prozent gaben wiederum an, ebenfalls zu wenig für die Altersvorsorge getan zu haben, daran in den kommenden zwölf Monaten aber entweder nichts tun zu wollen oder zu können. Hier ist der Trend rückläufig: In den vier Jahren zuvor wollten weniger Menschen nicht vorsorgen. Den Peak bildete hierbei 2020, als insgesamt 47 Prozent einer Planung zur Altersvorsorge eine Absage erteilten.

Mehr Leute vertrauen gesetzlicher Vorsorge während…

Die gesetzliche Rentenversicherung hat im Vergleich zum Vorjahr massiv an Vertrauen gewonnen. Auf die Frage „Wie beurteilen Sie die Sicherheit beziehungsweise Verlässlichkeit der gesetzlichen Rentenversicherung?“ wurde auf einer Bewertungsskala von „null = gar nicht sicher“ bis „zehn = ganz sicher“ einen Mittelwert von 5,2 ermittelt.

Im Vorjahr lag dieser Wert bei 3,7. Das höchste Vertrauen genießt die gesetzliche Rente in der Altersspanne 45 bis 54 Jahre.

In einer Untersuchung der Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH (Diva) sank allerdings das Vertrauen von 61 Prozent der Teilnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung (VersicherungsJournal 21.10.2022).

…die private Vorsorge stagniert

Die private Vorsorge stagniert wiederum seit gut vier Jahren bei einem Mittelwert von rund 4,5 auf der Skala null bis zehn. Damit ist das Vertrauen sogar minimal gesunken. Auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) hat durchschnittlich 4,5 – und fiel damit um 0,2 Zustimmungspunkte zum Vorjahr.

Welchen Stellenwert der Lebensstandard hat, zeigt sich in einer anderen Untersuchung des DIA. Demnach glauben 38 Prozent aller Befragten, dass sie im Rentenalter wohl weiter erwerbstätig bleiben, weil die Bezüge für den Lebensunterhalt nicht reichen (29.9.2022).