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Großteil der Arbeitnehmer will spätestens mit 62 in Rente gehen

14.11.2022 – Eine Umfrage von Civey hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Deutschen früher als gesetzlich vorgesehen Rente beziehen möchte. Dabei klaffen zwischen Wunschdenken und realisierbarer Tatsache in Bezug auf die finanzielle Absicherung gravierende Lücken. Rund 45 Prozent der Befragten sieht sich schlecht für den Lebensabend abgesichert.

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Arbeit hat für die meisten Leute, nämlich 83,2 Prozent, in erster Linie eine existenzsichernde Funktion. Kaum jemand geht also aus Spaß an der Freude oder wegen der Selbstverwirklichung zum Job, zumindest nicht ausschließlich. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher der Civey GmbH im Auftrag des Demografie Netzwerks e.V. (DDN).

Um das Meinungsbild zu erfassen, wurden vom 1. Oktober bis zum 10. Oktober 2022 insgesamt 2.502 Erwerbstätige online befragt. Neben den Fragen zu Beruf und Perspektive wurden unter anderem Alter, Ausbildung und Familienstand erfasst.

Mehrheit will nicht bis Mitte 60 schuften

Mehr als die Hälfte – 54,2 Prozent – gaben an, bis maximal 62 Jahre arbeiten zu wollen und spätestens zu diesem Zeitpunkt in Rente gehen zu wollen. Der größte Teil der Befragten würde sogar lieber noch vor 62 in den Ruhestand wechseln.

Nur ein geringer Anteil von 10,7 Prozent erklärte sich bereit, bis 67 oder sogar länger in die Firma zu kommen. Von diesen gaben immerhin sieben Prozent an, dass sie sogar bis 69 Jahre oder länger am Ball bleiben wollen. Immerhin 19 Prozent sind mit einem Renteneintritt mit 63 Jahren einverstanden. Weitere 11,6 Prozent ziehen eine Rente mit 65 in Erwägung.

Wunschrentenalter (Bild: Civey/DDN)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: Civey/DDN)

Eine Umfrage aus dem vergangenen Jahr mit derselben Fragestellung kam zum beinahe gleichen Ergebnis (VersicherungsJournal 20.10.2021).

„Die Herausforderung für Unternehmen und Betriebe wird darin bestehen, auf individuelle Erwerbsbiographien und Lebensentwürfe einzugehen“, lässt sich Niels Reith, Vorstandsmitglied beim Demografie Netzwerk, zitieren.

Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der Altersabsicherung

Was dem Wunsch eines frühen Renteneintritts im Wege steht, ist die schlechte finanzielle Absicherung im Alter. Insgesamt 45,1 Prozent der Befragten fühlen sich geldlich nicht gut auf den Ruhestand vorbereitet – davon 19,7 Prozent „sehr schlecht“ und 25,4 Prozent „schlecht“. Weitere 23,1 Prozent sind unentschieden, ob sie der Rente gelassen oder gestresst entgegensehen sollten.

„In jungen Jahren vernachlässigen Menschen tendenziell allerdings ihre private Altersvorsorge.“

Professor Dr. Ulrike Fasbender, Universität Hohenheim

Immerhin 31,8 Prozent fühlen sich finanziell wiederum gut auf die Zeit nach der Arbeit eingestellt. 6,1 Prozent sehen sich sogar „sehr gut“ vorbereitet. Übrigens: Knapp mehr als die Hälfte der befragten Frauen – 50,6 Prozent – fühlen sich schlecht abgesichert. Bei den Männern sind es hingegen nur 39,8 Prozent. Das Thema Absicherung bei Frauen wurde unlängst bei der DKM aufgegriffen (1.11.2022). Hier müsse die Branche die Perspektive ändern, hieß es.

„Wenn staatliche Sicherungssysteme an ihre Grenzen kommen, wird die private Altersvorsorge sicherlich noch relevanter werden, gegebenenfalls nochmals verstärkt durch mediale Effekte“, weiß Professor Dr. Ulrike Fasbender von der Universität Hohenheim. „In jungen Jahren vernachlässigen Menschen tendenziell allerdings ihre private Altersvorsorge.“

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