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Versicherungsmakler: So gespalten ist ihre Sichtweise zu nachhaltigen Policen

25.1.2023 – Die G/D/P Marktforschung beleuchtet die Sicht der unabhängigen Vermittler auf die Nachhaltigkeit in Bezug auf die eigene Produktpalette. Dabei kommt raus: Rund die Hälfte bietet nachhaltige Versicherungen und Kapitalanlagen. Aber lediglich ein Viertel der Befragten ist selbst im Thema wirklich engagiert.

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Welche Bedeutung nachhaltige Versicherungsprodukte im Maklermarkt haben, hat die G/D/P Markt- und Sozialforschung GmbH erfragt. Die Umfrage wurde im Oktober 2022 durchgeführt. Insgesamt 200 unabhängige Versicherungsvermittler nahmen an der telefonischen Befragung teil. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.

Fast die Hälfte vermittelt nachhaltige Produkte

Laut den Ergebnissen vermitteln 49 Prozent der Befragten bereits generell nachhaltige Produkte in der privaten Sachversicherung. 38 Prozent tun dies nicht, weitere 13 Prozent wissen nicht, ob sie solche Produkte anbieten oder nicht.

Bei genau der Hälfte der Teilnehmer ist die Vermittlung von nachhaltigen Kapitalanlagen sogar noch beliebter. Hier ist der Anteil jener, die solche Produkte nicht anbieten, mit 41 Prozent ebenfalls höher. Neun Prozent sind sich nicht sicher beziehungsweise wissen es nicht.

Dabei heißt „generell vermitteln“ nicht gleich Feuer und Flamme sein. 45 Prozent der Makler verkaufen nachhaltige Produkte oder Kapitalanlagen „selten“. 30 Prozent „nie“. Die restlichen 25 Prozent, die den Verkauf fokussieren, teilen sich in 18 Prozent „häufig“ und sieben Prozent „sehr häufig“ auf.

Nachhaltigkeit im Produktverkauf (Bild: G/D/P)

Vermitteln: ja, selbst zum Thema machen: eher weniger

Trotz der Vermittlung von nachhaltigen Produkten und Kapitalanlagen ist das Thema selbst eher von geringer ausgeprägtem Interesse bei den Maklern.

Der Großteil der Befragten – 52 Prozent – gab am Telefon an, sich „eher weniger“ damit auseinanderzusetzen. Zwölf Prozent tun dies gar nicht. Wiederum 24 Prozent setzen sich „eher stark“ mit dem Nachhaltigkeits-Faktor auseinander und zwölf Prozent sogar „sehr stark“.

Informationen seitens der Versicherer zu ihren Produkten, beispielsweise in Webinaren, sind dabei von mehr als der Hälfte – 57 Prozent – eher nicht oder gar nicht gewünscht. 35 Prozent lehnen dies ganz ab, bei weiteren 22 Prozent treffen Informationen „eher“ auf Ablehnung.

Nur 16 Prozent bejahen klar den Wunsch nach solchen Angeboten seitens der Unternehmen. 27 Prozent würde dem „eher“ zustimmen.

Nachhaltigkeit: Pflicht und Kür

Wie aktuell es ist, zeigt ein Beispiel: Unlängst hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine Aktualisierung der Nachhaltigkeitsposition beschlossen. Auch die diskutierte Pflicht für Finanzberater steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit (VersicherungsJournal 14.11.2022).

Dass „Nachhaltigkeit“ als Position im eigenen Geschäftsmodell nicht nur ein ungeliebtes Kind ist, sondern sich auch lohnen kann, erklärt Timo Vierow, Inhaber der TVV GmbH, im aktuellen Podcast (12.1.2022). Der Makler aus Bremen hat die Zielgruppenorientierung in Verknüpfung mit dem Blick auf die Umwelt nach eigenen Angaben erfolgreich umgesetzt.