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Die Lebensversicherer mit den höchsten Abschlusskostensätzen

9.11.2022 – Der Abschlusskostensatz (in Relation zur Beitragssumme des Neugeschäfts) der deutschen Lebensversicherer ist im Geschäftsjahr 2021 leicht gestiegen (plus 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent). Die Mylife schnitt laut dem Map-Report 926 mit 0,2 Prozent am besten ab. Die Credit Life verzeichnete den höchsten Wert (21,5 Prozent).

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Im vergangenen Jahr ist die Abschlusskostenquote der deutschen Lebensversicherer (Abschlussaufwendungen brutto in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts) leicht von 4,4 auf 4,5 Prozent gestiegen. Dies ist dem kürzlich veröffentlichten Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ zu entnehmen (VersicherungsJournal 2.11.2022).

Abschlusskostenquote

Nach Angaben der Map-Report-Redaktion misst die Quote, „wie viel die Gesellschaft im Verhältnis zur Summe der Beiträge, die sie im Laufe der Jahre erhält, für den Verkauf der Policen ausgibt. Nicht nur an Provisionen, sondern mit allen Kosten des Verkaufsapparats.

Die Kennzahl wird beeinflusst von der Neugeschäftsentwicklung und der Vertriebsstruktur, damit also auch von der Beratungs- und Betreuungsintensität bei Vertragsabschluss. Auch die Struktur des Neugeschäfts wirkt sich auf den Abschlusskostensatz aus.“

Dabei werde die Quote bei einem hohen Anteil an Kollektivversicherungen am Neuzugang niedriger ausfallen als etwa bei einem hohen Anteil entsprechender Einzelversicherungen am Neuzugang.

Zudem werde als Folge des LVRG tendenziell ein immer größerer Anteil der Abschlussprovisionen auf die gesamte Laufzeit verteilt. Dies könne zur Folge haben, dass der Aufwand für einen Vertragsabschluss teilweise erst in den Folgejahren verrechnet werde.

„Der Zähler des Abschlusskostensatzes ist in diesem Fall keine reine Neugeschäftsgröße mehr. Dadurch wird die Aussagekraft der Quote beeinträchtigt“, heißt es im Begleittext des aktuellen Heftes.

Die Lebensversicherer mit den niedrigsten Quoten

Die im Map-Report insgesamt 76 aufgeführten Lebensversicherungs-Gesellschaften weisen Abschlusskostensätze zwischen 0,2 und mehr als 21 Prozent aus. Auf den niedrigsten Wert kommt, wie in den drei Jahren zuvor (29.11.2021, 9.12.2020, 7.10.2019), die Mylife Lebensversicherung AG. An zweiter Stelle liegt unverändert die Run-off-Gesellschaft Athora Lebensversicherung AG (1,3 Prozent).

Die Positionen drei bis fünf belegen die Landeslebenshilfe V.V.a.G. (2,4 Prozent) sowie die Cosmos Lebensversicherungs-AG und die Inter Lebensversicherung AG mit jeweils knapp unter drei Prozent. Dahinter folgen mit Werten zwischen 3,0 und 3,2 Prozent die Barmenia Lebensversicherung a.G., die Süddeutsche Lebensversicherung a.G., die LVM Lebensversicherungs-AG und die Huk-Coburg-Lebensversicherung AG.

Niedrige Quote (Bild: Wichert)

Beim LVM sowie bei der Barmenia und der Inter stieg die Quote im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Sie sank hingegen leicht bei der Cosmos, der Athora, der Mylife und der Huk-Coburg. Die Süddeutsche senkte den Abschlusskostensatz um fast einen Prozentpunkt.

Bei der Landeslebenshilfe verbesserte sich die Quote sogar um annähernd acht Prozentpunkte. Hintergrund dürfte sein, dass die Abschlussaufwendungen infolge der nach eigenen Angaben „weitgehenden“ Einstellung des Neugeschäfts Mitte 2020 um über drei Viertel auf 33.000 Euro zurückgingen. Die Beitragssumme des Neugeschäfts verminderte sich nur minimal auf 1,375 Millionen Euro.

Die Anbieter mit den höchsten Abschlusskostensätzen

Für insgesamt 17 Marktteilnehmer werden Quoten mit einer Drei vor dem Komma ausgewiesen. Bei 26 Akteuren steht eine Vier vor dem Komma. 13 Akteure liegen zwischen 5,0 und unter sechs Prozent. 13 Anbieter kommen auf Werte von sechs Prozent und höher. Drei davon liegen sogar im zweistelligen Bereich.

Der höchste Abschlusskostensatz steht mit etwa 21,5 Prozent für den Biometrie-Anbieter Credit Life AG zu Buche. Knapp einen Prozentpunkt niedriger fällt die Quote bei der Run-off-Gesellschaft Skandia Lebensversicherung AG aus. Bei fast 13 Prozent liegt mit der Heidelberger Lebensversicherung AG eine weitere Run-off-Gesellschaft.

Dahinter folgt mit annähernd zehn Prozent der Biometrie-Anbieter Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG) vor der im Run-off befindlichen Victoria Lebensversicherung AG. Abschlusskostensätze von jeweils etwas unter acht Prozent werden für die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG und die Delta Direkt Lebensversicherung AG ausgewiesen.

Hohe Quote (Bild: Wichert)

Die Unternehmen mit den deutlichsten Veränderungen

Wie aus dem Map-Report-Zahlenmaterial weiter hervorgeht, konnten 36 Akteure ihren Abschlusskostensatz senken. 39 Unternehmen gelang dies nicht. Keine Werte werden aufgeführt für die Dortmunder Lebensversicherung AG.

Zu den Anbietern mit deutlich gestiegenen Quoten gehören die Credit Life (plus 6,25 Prozentpunkte), die Skandia (plus 4,3 Prozentpunkte) sowie die Victoria und die Heidelberger (jeweils plus 1,5 Prozentpunkte).

Marktteilnehmer mit klar niedrigeren Werten als im Vorjahr sind neben der Landeslebenshilfe die HDI Lebensversicherung AG, die Entis Lebensversicherung AG und die Proxalto Lebensversicherung AG. Bei den drei letztgenannten Akteure verbesserte sich der Kostensatz jeweils um über einen Prozentpunkt.

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeit

Die Branchenschwergewichte gehören bis auf wenige Ausnahmen weder zu den Spitzenreitern noch zu den Schlusslichtern (9.11.2022).

Der Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 135 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2021) von 76 Anbietern. Zu den Kennzahlen gehört unter anderem auch die Stornoquote (7.11.2022, 7.11.2022).

Das Heft bietet zudem Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2010 bis 2021. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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