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Die profitabelsten Haftpflichtversicherer

14.1.2022 – Elf Marktteilnehmer erzielten 2020 Combined Ratios von unter 75 Prozent. Am profitabelsten war die Cosmos, die lediglich 36 Prozent der Einnahmen für Schäden und Kosten ausgab. Besonders stark verbessert haben sich der Volkswohl Bund und die Mecklenburgische. Dies ist dem „Branchenmonitor 2015-2020: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zu entnehmen.

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2020 konnte die Branche die kombinierte Schaden-Kosten-Quote in Haftpflicht auf unter 84 Prozent drücken. Jedoch schrieben fünf der 50 größten Anbieter versicherungstechnische Verluste von bis zu 13 Cent pro Beitragseuro. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2020: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig GmbH (VersicherungsJournal 11.1.2022).

Dabei verabschiedeten sich vier Marktteilnehmer aus der Gruppe der Anbieter mit Combined Ratio von über 100 Prozent. Hierzu gehören unter anderem die R+V Allgemeine Versicherung AG (aktuell 99 nach 110,4 Prozent im Jahr zuvor) und die VHV Allgemeine Versicherung AG (88,3 nach 100,7 Prozent).

Volkswohl Bund mit massiver Verbesserung

Eine kräftige Verbesserung gelang der Volkswohl Bund Sachversicherung AG, die im Jahr zuvor wegen einiger Sonderfaktoren mit einer Quote von über 150 Prozent noch an letzter Stelle gelegen hatte (19.11.2020).

Zuletzt sanken die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 1,1 MB) um über 60 Prozent auf unter 5,5 Millionen Euro. Das Prämienvolumen wurde um 3,5 Prozent auf 13,9 Millionen ausgebaut. Dies führte unter dem Strich zu einer Combined Ratio von 83,6 Prozent, was Rang 24 bedeutet.

Mecklenburgische springt von der 47. auf die dritte Position

Kräftig verbessert (von 109,2 auf 63,5 Prozent) hat sich auch die Mecklenburgische Versicherungs-Gesellschaft a.G. Dies ist allein der Entwicklung auf der Schadenseite geschuldet, wie aus dem Geschäftsbericht 2020 (PDF, 2,6 MB) hervorgeht.

Dort heißt es: „Aufgrund einer geringen Schadenlast und einem positiven Abwicklungsergebnis sowohl im Privat- als auch im Gewerbebereich verringerte sich der Bruttoaufwand für Versicherungsfälle auf 8,9 Millionen Euro (Vorjahr: 26,9 Millionen Euro). Darüber hinaus waren im Berichtsjahr keine Großschadenereignisse zu verzeichnen.“

Bei steigenden Einnahmen (plus 1,3 Prozent auf 40,6 Millionen Euro) reduzierte sich die Schadenquote von 67,2 auf 21,9 Prozent. Das entspricht Rang zwei (2019: Platz 46) der im Monitor aufgeführten Anbieter. Bei der kombinierten Schaden-Kosten-Quote gelang dem Verein ein Sprung vom 47. auf den dritten Platz.

Cosmos mit der niedrigsten Quote

Besser als die Mecklenburgische schnitten nur die Cosmos Versicherung AG und die Axa Versicherung AG ab. Beide Unternehmen verbesserten sich um jeweils rund 20 Prozentpunkte. Die Cosmos verdankte den Branchen-Topwert von 36 Prozent insbesondere der positiven Schadenentwicklung, wie dem Geschäftsbericht 2020 (PDF, 830 KB) zu entnehmen ist.

Bei in etwa unverändertem Prämienvolumen von rund 16,6 Millionen Euro reduzierten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um fast drei Viertel auf unter 1,7 Millionen Euro. Die Schadenquote sank von 36,6 auf den Bestwert von minimal unter zehn Prozent. Die Betriebskostenquote stieg andererseits nur vergleichsweise leicht von 22,4 auf 26,0 Prozent an.

Bei der Axa setzt sich die Combined Ratio von 57,3 (2019: 77,1) Prozent aus einer leicht verbesserten Betriebskostenquoten (31,0 nach 31,8 Prozent) und einer massiv gesunkenen Schadenquote von 26,3 (2019: 45,3) Prozent zusammen. Letzteres erklärt das Unternehmen im Geschäftsbericht 2020 (PDF, 1,2 MB) unter anderem mit weniger Großschäden und deutlich höheren Abwicklungsgewinnen.

Weitere Anbieter mit niedrigen Combined Ratios

Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von jeweils um die 70 Prozent verzeichneten darüber hinaus noch die Provinzial Nord Brandkasse AG sowie die Continentale Sachversicherung AG.

Zwischen 70 und 75 Prozent lagen ferner die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G., die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG, die Mannheimer Versicherung AG, die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G. und die Debeka Allgemeine Versicherung AG.

Branchenmonitor Haftpflichtversicherung (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeiten

Der „Branchenmonitor 2015-2020: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.