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Diese Lebensversicherer akquirierten das meiste Neugeschäft

17.11.2022 – Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr mit 4,8 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung den zweitniedrigsten Neuzugang der jüngeren Vergangenheit erzielt. Die meisten Abschlüsse (knapp 612.000) akquirierte die Allianz, die am zweitstärksten im Vergleich zum Vorjahr einbüßte. Noch stärker verlor die Targo. Der mit Abstand größte Zuwachs gelang der R+V, für die es von vier auf zwei nach oben ging. Dies zeigt der Map-Report 926.

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Im vergangenen Jahr verzeichneten die deutschen Lebensversicherer einen Neuzugang von knapp 4,81 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung. Dies zeigt der Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ (VersicherungsJournal 2.11.2022).

Im Vergleich zum Jahr zuvor bedeutet das eine Steigerung um gut vier Prozent. Der aktuelle Wert ist der zweitniedrigste nach dem Tiefststand im Jahr 2020 (13.12.2021). Zum Vergleich: Seit 2003 lag der Neuzugang insgesamt nur drei Mal unterhalb von fünf Millionen. 2017 wurde diese Marke mit 4,96 Millionen Policen allerdings nur hauchdünn verfehlt (15.10.2018).

Neuzugang der Lebensversicherung 2002 bis 2021 (Bild: Wichert)

R+V baute das Neugeschäft am stärksten aus

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet war die Entwicklung den Map-Report-Daten zufolge höchst unterschiedlich. 2021 konnte – wie vor drei und vor fünf Jahren (14.10.2019, 5.10.2017) rund jeder zweite der 73 aufgeführten Lebensversicherer den Neuzugang steigern.

Im Vorjahr war dies wie 2015 nur etwa jedem vierten Akteur gelungen (17.10.2016). 2017 legte rund jeder dritte Marktteilnehmer zu (15.10.2018), 2019 etwa zwei von drei Lebensversicherern (22.12.2020).

Eine Steigerung im sechsstelligen Bereich gelang im Berichtsjahr nur der R+V Lebensversicherung AG (auf rund 420.000 Stück). Dies ging vor allem auf den Bereich Kollektivversicherungen zurück, in dem die Wiesbadener den Neuzugang auf über 265.000 mehr als verdoppelten.

Positiv entwickelte sich auch das Geschäft mit „Sonstigen Lebensversicherungen“. Dort wurden mit über 70.000 mehr als fünf Mal so viele Versicherungsscheine eingelöst wie vor Jahresfrist. Nach unten zeigte die Kurve hingegen bei den Rentenversicherungen, wo sich der Neuzugang auf rund 37.000 Policen in etwa halbierte.

Weitere Anbieter mit großen Steigerungen

Die Generali Deutschland Lebensversicherung AG steigerte den Neuzugang im Vergleich zu 2020 um annähernd 50.000 (auf 364.000) Policen. Dabei legte das Unternehmen im Segment „Sonstige“ um über ein Fünftel auf annähernd 294.000 Stück zu.

Zuwächse von jeweils um die 30.000 Policen verzeichneten die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG und die WWK Lebensversicherung a.G.

Die Lebensversicherer mit den größten Einbußen

Deutlich hinter ihrer Vorjahres-Performance zurück blieben wie im Vorjahr die Targo Lebensversicherung AG und die Allianz Lebensversicherungs-AG. Die Targo löste mit 288.000 über 70.000 Versicherungsscheine weniger ein als im Vorjahr. Dies war insbesondere der Verminderung im Haupt-Geschäftsfeld Risikoleben (minus 62.000 auf 209.000 Policen) geschuldet.

Bei der Allianz fiel das Minus mit fast 63.500 (auf unter 612.000 Stück) ebenfalls vergleichsweise hoch aus. Besonders stark rückläufig war der Bereich Rentenversicherungen. Dort sank die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine um über 95.000 auf unter 150.000. Klar positive entwickelte sich nur das Geschäftsfeld „Sonstige“ (plus 50.000 auf 170.000 Stück).

Einen deutlich geringeren Neuzugang (zwischen 30.000 und 12.000 Policen) als im Vorjahr hatten auch die Credit Life AG, die Proxalto Lebensversicherung AG, die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG und die Ergo Lebensversicherung AG.

Neuzugang 2021 der Lebensversicherer - größte Gewinner und Verlierer (Bild: Wichert)

Allianz verteidigt Spitzenposition

Die Allianz liegt trotz des hohen Rückgangs in der Neugeschäftsrangliste weiterhin an erster Stelle. Die rund 612.000 eingelösten Versicherungsscheine in der Hauptversicherung entfallen zu über 40 Prozent auf Kollektivversicherungen und zu jeweils etwa einem Viertel auf die Segmente „Rente“ und „Sonstige“.

Von vier auf zwei nach oben schob sich die R+V. Fast zwei von drei der 420.000 eingelösten Scheinen waren den Kollektivversicherungen zuzuordnen. Ein Sechstel entfiel auf den Bereich „Sonstige“ und jeweils ein Zwölftel auf das Renten- sowie Risikogeschäft.

Die Generali verteidigte den Bronzerang. Die Gesellschaft ist hauptsächlich im Segment „Sonstige“ unterwegs. Dort erzielt sie mehr als vier Fünftel ihres Neuzugangs.

Targo fällt zurück

Von zwei auf vier nach unten ging es für die Targo. Die Struktur des Zugangs bei der Talanx-Tochter, die Lebensversicherungen ausschließlich über den Bankschalter verkauft, ist allerdings eine völlig andere als bei den drei vorgenannten Anbietern. 2020 haben die Hildener etwa 31.000 (Allianz: fast 150.000) neue Rentenversicherungen verkauft.

In der Kategorie „Sonstige“ ist die Targo mit etwa rund 2.150 (Allianz über 170.000) neuen Kontrakten kaum unterwegs. Gleiches gilt auch für das Kollektivgeschäft mit knapp 1.200 (Allianz: 250.000) Neupolicen so gut wie gar nicht

Mit rund 209.000 neuen Kontrakten – das sind fast drei Viertel des eigenen Neuzugangs – kommt die Talanx-Tochter bei den Risikoversicherungen auf über ein Viertel Marktanteil am Neuzugang der gesamten Branche.

Weitere Akteure mit hohen Neuzugängen

Die Positionen fünf bis zehn belegen mit zwischen fast 220.000 und gut 130.000 Scheinen die Bayern-Versicherung, die Credit Life, die Ergo Vorsorge, der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. und die Alte Leipziger.

Sechsstellige Werte werden ansonsten nur noch für die Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG, die PB Lebensversicherung AG, die WWK, die Axa Lebensversicherung AG sowie die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG ausgewiesen.

Neuzugang 2021 der Lebensversicherer - Gewinner (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeit

Der Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 135 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2021) von 76 Anbietern.

Zu den Kennzahlen gehört unter anderem auch die Stornoquote (7.11.2022, 7.11.2022), die Abschlusskostenquote (9.11.2022, 9.11.2022) und die Verwaltungskostenquote (15.11.2022, 15.11.2022).

Das Heft bietet zudem Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2010 bis 2021. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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