Morgen & Morgen: Jeder siebte PKV-Vollversicherungstarif ist „ausgezeichnet“

25.3.2026 – In der aktuellen Auflage des Ratings für PKV-Vollkostentarife vergab das Analysehaus an 519 Tarife und Tarifkombinationen von 15 Anbietern die Höchstnote fünf Sterne. Hierzu gehören Allianz, Axa, Barmenia, BBKK, Gothaer, Hallesche, Inter, LKH, Ottonova, R+V, SDK, Signal Iduna, UKV, Universa und Württembergische. Untersucht wurden fast 3.500 Offerten auf 60 Leistungskriterien.

Die Morgen & Morgen GmbH (M&M) hat ihr „M&M-Rating PKV-Vollversicherung“ aktualisiert und am Mittwoch die Ergebnisse veröffentlicht. Unter die Lupe genommen haben die Analysten unter anderem 3.482 Tarifkombinationen, die allen zur privaten Krankenversicherung (PKV) Berechtigten sowie speziellen Berufsgruppen wie etwa Ärzten oder Selbstständigen zugänglich sind.

Bedingungsanalyse und Leistungsfragen bei Morgen & Morgen

Grundlage war eine Bedingungsanalyse anhand von unterschiedlich gewichteten Leistungsfragen (ein, drei beziehungsweise fünf Punkte). Diese sind „als wesentlich für die (Bedingungs-) Qualität eines Produktes anzusehen“, so das Analysehaus.

Die Merkmale werden entweder als „voll erfüllt“ (100 Prozent der Punkte), „eingeschränkt erfüllt“ (50 Prozent) oder „nicht erfüllt“ (null Prozent) bewertet. Den Angaben zufolge gilt eine Antwort grundsätzlich „als ‚eingeschränkt erfüllt‘, wenn weder ‚voll erfüllt‘ noch ‚nicht erfüllt‘ erreicht ist. Es wird im Erfüllungsgrad nicht noch weiter unterschieden“.

So wurden Krankenvollversicherungen im Rating bewertet

In den 60 Leistungsfragen waren maximal 174 Punkte zu erreichen. Ab 135 Zählern wurde die Note „ausgezeichnet“ beziehungsweise fünf Sterne vergeben. In Abständen von 15 erreichten Punkten erhielten die Produkte die Bewertungen „sehr gut“/vier Sterne, „durchschnittlich“/drei Sterne und „schwach“/zwei Sterne. Offerten mit weniger als 90 Punkten erhielten die Benotung „sehr schwach“/ein Stern.

Ab drei Sternen müssen zudem verschiedene Mindestkriterien erfüllt sein, um die Stufe zu erreichen. „Ein Tarif, der beispielsweise aufgrund der erreichten Punktzahl ‚fünf Sterne‘ erreichen würde, aber eines oder mehrere Mindestkriterien für diese Klasse nicht erfüllt, wird abgewertet“, heißt es in der Ratingdokumentation (PDF, 166 KB).

Die Mindestkriterien stellen den Angaben zufolge „unter anderem sicher, dass die top bewerteten Tarife im ambulanten und stationären Bereich über die Regelhöchstsätze und Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus leisten.

Zudem erstatten sie bei stationärer Behandlung im Krankenhaus die Chefarztbehandlung sowie eine bessere Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer. Die Erstattung von Prothesen, Brücken, Kronen sowie Implantaten und Inlays ist ebenfalls inbegriffen“.

Jeder sechste PKV-Anbieter mit der Höchstnote

Rund jedes siebte (2025: sechste) der untersuchten Produkte erhielt die Höchstnote. Erneut fast die Hälfte wurde mit vier Sternen honoriert. Weiterhin knapp jede dritte Offerte erhielt drei Sterne, rund jede 19. (17.) zwei Sterne. Für 57 (51) Testkandidaten reichte es nur zu einem Stern.

Notenspiegel (Bild: Wichert)

Die 519 (571) Fünf-Sterne-Angebote verteilen sich wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 7.1.2025) auf folgende 15 private Krankenversicherungsunternehmen.

Angaben zur Marktentwicklung in der Vollversicherung

Zur Marktentwicklung teilte M&M mit, dass das Qualitätsniveau im Markt insgesamt hoch bleibe. Als „auffällig“ wird hervorgehoben, dass das mittlere Preis-Leistungs-Segment wieder stärker in den Fokus rücke.

Im Premiumsegment sei der Anspruch zu beobachten, ein möglichst umfassendes Leistungsniveau zu bieten. Dies gelte vor allem für den Zahnbereich: „Hier haben inzwischen vier Anbieter Tarife am Markt, die eine 100-prozentige Kostenübernahme für Zahnersatz vorsehen. Insgesamt rund 20 Tarifvarianten bewegen sich inzwischen auf diesem Leistungsniveau.

Trotz des teilweise hohen Leistungsumfangs bewegen sich die Beiträge in einem moderaten Rahmen: Für einen 30-jährigen Versicherten beginnen die monatlichen Beiträge bei etwa 650 Euro und können – abhängig vom gewählten Selbstbehalt – auch über 900 Euro pro Monat liegen. Selbst diese Spitzenwerte liegen damit noch unter dem aktuellen GKV-Höchstbeitrag von rund 1.261 Euro monatlich“, stellen die Analysten heraus.

Lesetipp: Extrablatt  „Krankenvollversicherung – Mit welchen Kunden Vermittler wachsen“
Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

Um den Vertrieb privater Krankenvollversicherungen geht es im VersicherungsJournal-Extrablatt 1/2025 mit dem Titel „Krankenvollversicherung – Mit welchen Kunden Vermittler wachsen“.

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