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Autoreparatur: Kein Nutzungsausfall trotz Gutachten?

12.9.2022 – Ein Mann, der Opfer eines Verkehrsunfalls geworden war, wollte den Schaden an seinem Fahrzeug auf Basis eines Gutachtens abrechnen. Weist er nach, dass trotz allem eine Reparatur stattgefunden hat, so ist der Schädiger beziehungsweise dessen Versicherer dazu verpflichtet, ihm eine Nutzungsausfall-Entschädigung zu zahlen. Das hat das Amtsgericht Tostedt mit Urteil vom 4. März 2022 entschieden (4 C 163/21).

Der Kläger war mit seinem Personenkraftwagen unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt worden.

Reparatur durch fachkundigen Bekannten

Die Reparatur seines beschädigten Fahrzeugs wollte er jedoch nicht in einer Fachwerkstatt, sondern durch einen fachkundigen Bekannten durchführen lassen. Die Abrechnung des Schadens sollte daher auf Basis eines von ihm eingeholten Gutachtens erfolgen.

Von dem Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers forderte er gleichzeitig, ihm für die Dauer der Reparatur eine Nutzungsausfall-Entschädigung zu zahlen. Das lehnte der Versicherer ab. Denn ein derartiger Anspruch würde bei einer fiktiven Abrechnung von Reparaturkosten nicht bestehen.

Dem schloss sich das schließlich mit dem Fall befasste Amtsgericht Tostedt nicht an. Denn zumindest dann, wenn ein Geschädigter die Reparatur seines Fahrzeuges nachweise, sei ihm auch eine Nutzungsausfall-Entschädigung zu zahlen.

Erfolgreiche Klage

Diesen Nachweis hatte der Mann nach Überzeugung der Richter jedoch erbracht. Denn nach den glaubhaften Bekundungen eines mit dem Betroffenen bekannten und vom Gericht verhörten Fahrzeuglackiermeisters hatte er das Auto repariert.

Die Notwendigkeit der von ihm durchgeführten Arbeiten habe sich aus dem Gutachten sowie aus den von dem Sachverständigen angefertigten Lichtbildern ergeben. Der Hauptteil der Arbeiten sei dabei auf eine ordnungsgemäße Lackierung entfallen. Die Reparatur habe, wie auch von dem Gutachter kalkuliert, vier Arbeitstage in Anspruch genommen.

Für diese Zeit steht dem Kläger nach Überzeugung des Gerichts die Zahlung der von ihm geforderten Nutzungsausfall-Entschädigung zu. Die Richter gaben seiner Klage daher in vollem Umfang statt.

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