5.8.2025 – Laut einer Umfrage von Bitkom würden zwei von drei Deutschen eine Reiserücktritts- oder Tierversicherung online abschließen. Rund ein Drittel hätte dazu gern eine Onlineberatung. Auf den nächsten Plätzen liegen Geräte-, Fahrrad- und Auslandskrankenversicherung. Versicherungen, die online direkt beim Kauf eines Produkts mitangeboten werden, spielen eine wachsende Rolle. Der GDV bezifferte den Anteil digitaler Vertragsabschlüsse auf 22 Prozent. Am geringsten ist die Offenheit gegenüber Onlineabschlüssen in der Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die Bitkom Servicegesellschaft mbH hat im März und April 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch zu ihren Präferenzen bei Versicherungen befragt, darunter zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (VersicherungsJournal 16.7.2025).
Nun wurden weitere Ergebnisse veröffentlicht; jetzt geht es um die Bereitschaft, Versicherungen online abzuschließen.
Online mit Beratung ist beliebter als online ohne Beratung
Die Fragestellung lautete: „Wenn Sie eine der folgenden Versicherungen abschließen müssten, welchen Weg würden Sie bevorzugen:
- Einen direkten Online-Abschluss ohne menschliche Beratung, zum Beispiel via Web-Formular, Online-Plattform oder Smartphone-App,
- einen Onlineabschluss mit menschlicher Beratung, zum Beispiel via E-Mail, Live-Chat oder Videotelefonat oder
- einen Offlineabschluss beim Berater vor Ort?“.
Die Ergebnisse: Eine Reiserücktrittsversicherung würden 36 Prozent online mit Beratung abschließen und weitere 32 Prozent auch ohne menschliche Beratung. 41 Prozent würden eine Tierversicherung online mit Beratung abschließen, weitere 26 Prozent online ohne Beratung. Auf Platz drei folgt die Geräteversicherung: Ebenfalls 36 Prozent würden sie online mit Beratung abschließen und 28 Prozent ohne.
Auf den nächsten Plätzen: Ein Drittel (33 Prozent) würde eine Fahrradversicherung online mit Beratung abschließen, weitere 30 Prozent auch ohne Beratung. Bei einer Auslandsreisekrankenversicherung bevorzugen 34 Prozent einen Online-Abschluss mit Beratung, 25 Prozent online ohne Beratung.
Online zum Produkt die passende Versicherung kaufen, liegt im Trend
Lukas Spohr, Bitkom-Experte für Digital Insurance und Insurtech, zieht daraus den Schluss: „Je unkomplizierter ein Versicherungsprodukt ist, desto eher wird es online abgeschlossen. Speziell Geräte- und Reiserücktrittversicherungen werden zunehmend direkt im Rahmen des jeweiligen Online-Kaufs angeboten.“
Dies deckt sich mit den Erkenntnissen des GDV. Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen: „Versicherungen, die direkt beim Kauf eines Produkts mitangeboten werden, spielen eine wachsende Rolle. Von allen digital abgeschlossenen Privatkundenverträgen in der Sach-, Unfall- und Haftpflichtversicherung kommen ungefähr 40 Prozent als Embedded Insurance zustande“ (9.7.2025).
Der GDV bezifferte den Anteil digitaler Vertragsabschlüsse auf 22 Prozent. Unter „digital abgeschlossen“ versteht der Verband – anders als Bitkom –, dass Kunden das Geschäft ohne Zutun eines weiteren Menschen über eine Website, ein Vergleichsportal oder eine App einreichen.
Je komplexer das Produkt, desto erwünschter der Berater vor Ort
Laut Bitkom-Umfrage sind rund die Hälfte der Deutschen bereit, Kfz, Hausrat und Krankenzusatz online abzuschließen: Bei Kfz und Hausrat 30 Prozent mit und 21 Prozent ohne Beratung. Wenn es um die Gesundheit im Alltag geht, zeigen sich noch 29 Prozent offen für den Onlineabschluss einer Krankenzusatzversicherung mit Beratung und 19 Prozent ohne.
Für den Berater vor Ort votierte die Mehrheit dagegen bei komplexeren Produkten: Bei einer Krankenversicherung waren es 63 Prozent. Hier würden 29 Prozent online mit Beratung abschließen, nur acht Prozent online ohne Beratung. Bei Haftpflicht stimmten 58 Prozent für den Berater vor Ort; 26 Prozent für online mit Beratung und 16 Prozent ohne.
Bei Unfall und Berufsunfähigkeit besteht die geringste online-Affinität
Bei Rechtsschutzversicherungen sprachen sich 63 Prozent für einen Berater vor Ort aus, 24 Prozent für einen Onlineabschluss mit Beratung und 13 Prozent ohne. 76 Prozent wünschen sich eine direkte Vor-Ort-Beratung, wenn es um eine private Altersvorsorge geht. Immerhin 26 Prozent würden hier online mit Beratung abschließen, weitere acht Prozent ohne Beratung.
Eine Unfallversicherung würden nur noch 23 Prozent online mit Beratung abschließen, neun Prozent ohne. Am geringsten ist die Offenheit für Onlineabschlüsse bei der Berufsunfähigkeit: Eine entsprechende Versicherung würden nur 15 Prozent online mit Beratung abschließen, acht Prozent auch ohne Beratung online.