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Weniger als drei Viertel der Versicherungs-Azubis bleiben

29.11.2019 – Etwa jeder 14. Ausbildungsplatz in der Versicherungswirtschaft blieb 2018 unbesetzt. Fast drei Viertel der Azubis werden übernommen, etwas mehr als die Hälfte davon unbefristet. Zudem gewinnen digitale Lernformate an Stellenwert. Das zeigt die jetzt veröffentlichte „Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2019“ von AGV und BWV.

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Am Donnerstag haben der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) und das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. die „Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2019“ veröffentlicht.

Die Daten der mittlerweile 16. Auflage dieser Untersuchung basieren auf den Angaben von 54 Versicherungs-Unternehmen und Vermittlerbetrieben mit insgesamt 127.000 Innendienstmitarbeitern. Der Repräsentationsgrad wird mit 84 Prozent der Arbeitnehmer angegeben.

Eine Broschüre mit detaillierten Daten und ergänzenden Kommentaren wird seit 2018 nicht mehr publiziert. Die Ergebnisse sind nur noch digital visualisiert verfügbar, und zwar unter diesem Link.

Warum Azubiplätze nicht besetzt werden

Wie die Umfrage ergeben hat, konnte die Branche im vergangenen Jahr 93 Prozent der Ausbildungsplätze in den Unternehmen besetzen. Der Anteil fällt damit um einen Prozentpunkt größer aus als 2017 (VersicherungsJournal 4.12.2018) und um einen Punkt niedriger als im Jahr davor (28.11.2017).

Als Hauptgrund für frei gebliebene Ausbildungsplätze nannten die teilnehmenden Firmen eine unzureichende Eignung der Bewerber. Dieser Antwortoption stimmten 92 Prozent zumindest „eher“ zu. Für über drei Viertel war dafür eine regional schlechte Bewerbersituation ausschlaggebend.

Eine unzureichende Qualität der Bewerbungsunterlagen beziehungsweise eine kurzfristige Auflösung durch eine(n) Auszubildenden machten nur jeweils 44 Prozent für die Nichtbesetzung verantwortlich.

„Abbrecherquote“ leicht angestiegen

Die „Abbrecherquote“ lag 2018 mit neun Prozent um zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. In jedem vierten Fall war dies auf die fehlende Eignung des Azubis zurückzuführen.

Private Gründe beziehungsweise die Aufnahme eines Ausbildungsplatzes in einer anderen Branche spielten bei jeweils rund jedem siebten Abbruch die Hauptrolle. Über ein Drittel der Fälle führen die Umfrageteilnehmer auf sonstige oder nicht bekannte Gründe zurück.

Fast drei Viertel der Azubis werden übernommen

Wie im Vorjahr bestanden 99 Prozent aller Prüflinge ihre schriftliche IHK-Abschlussprüfung. Mit 72 (2017: 70) Prozent wurde ein Großteil aller Ausgebildeten übernommen.

Bildungsumfrage (Bild: BWV)
Bildungsumfrage (Bild: BWV)

Fast zwei Drittel davon wurden im Innendienst weiterbeschäftigt, wenn auch mehrheitlich mit befristeten Verträgen. Ein gegenteiliges Bild zeigt bei der Weiterbeschäftigung im Außendienst. Dort wurden 50 Prozent mehr unbefristete als befristete Arbeitsverträge unterschrieben.

Zunehmend digitale Lernformate

Wie AGV und BWV in einer gemeinsamen Pressemeldung mitteilten, gewinnen digitale Lernformate an Relevanz. So habe etwa die Nutzung computer- und webbasierter Lernprogramme um ein Zehntel zugenommen. In Sachen Lernen über mobile Endgeräte ging es sogar um ein Fünftel bergauf. Dabei hätten die Betriebe auch digitale Lernangebote externer Dienstleister genutzt.

Bildungsumfrage (Bild: BWV)
Bildungsumfrage (Bild: BWV)

Jeweils über drei Viertel der teilnehmenden Unternehmen stellen zumindest vereinzelt Literatur in elektronischer Form zur Verfügung oder bieten Computer- und webbasierte Selbstlernprogramme. Jeweils zwei Drittel stellen eine firmeninterne kooperative Lernplattform, Wissensbibliotheken, Wikis oder Foren beziehungsweise Lernvideos, Simple-Shows, Podcasts oder Audiomodule zur Verfügung.

Weitere Untersuchungen zum Bildungsgeschehen

Wie die Assekuranz in Azubi-Angelegenheiten im Vergleich zu anderen Branchen abschneidet, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) in seiner aktuellen Ausbildungsumfrage untersucht (16.8.2019).

Ausgewählte Daten zum Weiterbildungsgeschehen in der Versicherungswirtschaft für das vergangene Jahr haben AGV und BWV bereits Ende Oktober veröffentlicht (25.10.2019).

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