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Leserbrief

Auch an Dienststellen gibt es viel zu korrigieren

13.10.2020 – Wenn Unis das Wohnzimmer von MLP sind, müssen dann nicht die Amtsstuben unserer Rathäuser und die Dienststellen unserer Polizei geradezu schon Filialen von Debeka, Huk und PVAG sein?

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Vor Ort fiel mir vor einiger Zeit ein Debeka-Werbeplakat an der Bürotür eines Rathausmitarbeiters auf (Klappern gehört anscheinend auch in den Amtsstuben zum Handwerk…). Wenn also in den Rathäusern zum Beispiel freitags um 14.00 Uhr die „Stechuhren“ glühen, ist zu vermuten, dass der Fachmann oder die Fachfrau zuvor einige Stunden Kundenverkehr hatte – und zwar nicht als Kommunalbedienstete, sondern als Vermittler ihrer Privatversicherungs-Unternehmen.

Genau darauf dürfen wir anderen vertrauen (daher eventuell die Bezeichnung „Vertrauensmann/-frau“). Bürgernähe ist ja auch genau das, womit die Dienststellen werben, selbst wenn es nur der Kollege oder die Kollegin oder deren Kinder oder Enkel sind, die von der Versicherungsexpertise des Nebenberuflers umgarnt werden. Und da Steuern als Abgabe mit unbestimmter Gegenleistung definiert sind, passt auch die Finanzierung dieses Modells.

(Gewerbe-) Steuerzahler im gleichen Berufszweig sind dann auch nicht als Konkurrenz (welch´ unschönes Wort), sondern eher als Wirtschaftsförderer oder Business-Angels zu verstehen. Oder? An dieser Stelle beziehungsweise an diesen (Dienst)Stellen gibt es noch sehr viel zu korrigieren!

Christian Kramer

info@kramer-finanzmarkt.de

zum Artikel: „MLP lenkt bei Uni-Akquise ein”.

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