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MLP will Industrieversicherungs-Makler kaufen

8.1.2021 – Der Finanzdienstleister will sein gewerbliches Engagement erweitern und dafür den Industrieversicherungs-Makler RVM erwerben. Allerdings ist die Akquisition noch in der Schwebe. An den finanziellen Mitteln dürfte es nicht mangeln, MLP hat 2020 besser verdient als erwartet. Der Vertrieb von Altersvorsorge-Produkten schwächelte allerdings.

Die MLP SE will ihren Geschäftsradius erweitern: Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben die Übernahme der RVM Versicherungsmakler GmbH & Co. KG und ihrer Tochterfirmen. Mit dem Zukauf würde der Finanzvertrieb in die Vermittlung von Gewerbe- und Industrieversicherungen einsteigen.

„Ein Vertragsschluss könnte im ersten Quartal 2021 erfolgen“, meldet das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung vom Donnerstag. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte die Akquisition zwischen 40 und 50 Millionen Euro kosten. Dazu äußert sich der Finanzvertrieb nicht.

RVM soll als Marke erhalten bleiben

Der Übernahmekandidat RVM betreut mit seinen rund 200 Mitarbeitern nach Firmenangaben mehr als 2.500 Unternehmen. Der Versicherungsmakler „soll auch im Fall einer Transaktion als Marke sowie Unternehmen mit dem heutigen Management unverändert erhalten bleiben“, versichert MLP in seiner Mitteilung.

Ob und gegebenenfalls zu welchen Konditionen ein Erwerb stattfinde, sei derzeit noch offen und unter anderem noch von den erforderlichen Gremienzustimmungen abhängig, betont der Finanzvertrieb.

MLP rechnet 2020 mit Ebit von etwa 42 Millionen Euro

Uwe Schroeder-Wildberg (Bild: MLP)
Uwe Schroeder-Wildberg (Bild: MLP)

Die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel für eine Übernahme dürfte für MLP keine große Herausforderung darstellen. Schließlich hat das Unternehmen trotz der Coronakrise im ersten Halbjahr 2020, wie seine Wettbewerber auch, gut verdient (VersicherungsJournal 14.8.2020).

In den ersten sechs Monaten stieg der Gesamterlös um neun Prozent auf 359 Millionen Euro. Nur der Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten schwächelte aufgrund der Pandemie.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 erwartet das Unternehmen seine eigene Ebit-Prognose (Gewinn vor Zinsen und Steuern) zu übertreffen:

Es nannte hier ein Ergebnis zwischen 34 bis 42 Millionen Euro, rechnet aber damit, den oberen Punkt dieser Angabe zu treffen, heißt es in einer Mitteilung vom 4. Januar. 2019 erzielte der Finanzvertrieb 47,1 Millionen Euro (6.3.2020).

„Wir ernten die Früchte der Verbreiterung unserer Umsatzbasis in den vergangenen Jahren. Dadurch konnten wir Corona bedingte Rückgänge in einzelnen Beratungsfeldern durch Zuwächse in anderen mehr als ausgleichen“, lässt sich zu den Erwartungen Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg zitieren.

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