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SDK: Pflegeabsicherung soll Teil der bKV werden

12.1.2021 – Die Einführung der Zusatztarife war aufgrund der Online-Abschlussfähigkeit für die SDK erfolgreich, das Geschäft mit Firmenkunden gestaltete sich dagegen schwieriger. Für 2021 kündigt die Gesellschaft Budget-Tarife in der betrieblichen Krankenzusatz-Versicherung sowie Kollektivverträge für die Absicherung des Pflegefalls an.

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2019 sind die Beitragseinnahmen der Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) um 22 Millionen auf 837 Millionen gestiegen. Das Ergebnis wuchs um rund 41 Prozent auf 134 Millionen Euro (VersicherungsJournal 15.7.2020).

Dann kam die Coronakrise. 2020 stand man in Fellbach vor diversen Herausforderungen. Wie angekündigt, hatte der Krankenversicherer Mitte des Vorjahres seine Zusatztarife für Zähne und stationäre Absicherung an den Start gebracht (15.11.2019). In der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) ist das Unternehmen dagegen noch nicht so weit, wie man eigentlich geplant hatte.

Vertrieb über Check24

Olaf Engemann ist seit 2017 als Vertriebs- und Marketing-Vorstand bei der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. (SDK) tätig (3.4.2017). Für 2020 setzt der Vertriebschef auf neue Produkte und Digitalisierung.

Olaf Engemann (Bild: SDK)
Olaf Engemann (Bild: SDK)

„Die neue Produktpalette für die Zusatztarife konnten wir aufgrund der Pandemie für alle Vertriebswege nur digital einführen“, bedauert Engemann.

Die neuen Zahntarife sowie auch die ambulanten Produkte seien, wie geplant, online-abschlussfähig. „Das kann man durchaus als Meilenstein bezeichnen“, so der Vertriebschef. Bei den stationären Tarifen ist aktuell der SBU (stationärer Aufenthalt nach Unfall) digital abschlussfähig.

Im Vertrieb geht der Versicherer seit dem Sommer 2020 neue Wege. Alle Zusatztarife der Gesellschaft werden auch über die Check24 Vergleichsportal für Krankenversicherungen GmbH angeboten.

„Unser Tarif ‚Zahn 100 (ZP1)‘ läuft durch die Online-Abschlussmöglichkeit über alle Kanäle sehr erfolgreich. Seit Mitte August konnten wir 2.700 Online-Abschlüsse verzeichnen“, zieht Engemann ein erstes Fazit.

Neuerungen in der betrieblichen Krankenzusatz-Versicherung

Vor Hürden stand man dagegen im Geschäft mit der gewerblichen Klientel: „Die Coronakrise und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben den Zugang zu den Firmenkunden erschwert“, sagt Engemann. Nach wie vor bleibe die bKV aber ein wichtiges strategisches Geschäftsfeld für die SDK.

Laut Geschäftsbericht 2019 erhöhten die Schwaben ihren Bestand in dieser Sparte auf 3.010 (2018: 2.995) bKV-Verträge mit 115.239 versicherten Personen. 2020 führte der Versicherer hier diverse Neuerungen ein.

Dazu gehörte eine „Beitragsbefreiung für entgeltfreie Zeiten“ wie Pflege von Angehörigen, Elternzeit oder Sabbaticals. Für die Beschäftigten besteht der Versicherungsschutz auch in diesen Monaten weiter, die Befreiung gilt maximal für 36 Monate. Für die Arbeitgeber werden dafür keine Zuschläge fällig.

Zusätzlich geht der Versicherer auf sogenannte Risikobranchen zu, die vorher nicht versicherbar waren wie zum Beispiel Gerüstbauer oder Beschäftigte in Pflegeberufen. Betriebsvorstand Benno Schmeing nennt dafür ein Beispiel: Der Risikozuschlag für Betriebe aus dem Gerüstbau-Handwerk betrage etwa 20 Prozent.

bKV: Kundenbindung erhöhen

Engemann legt in der bKV Wert auf „langfristige Verträge“. Daher spiele in diesem Geschäftsfeld für die SDK die Kundenbindung eine große Rolle. Um diese sicherzustellen, biete man den Firmenkunden die Leistungen der „Gesundwerker“, die auch Services im betrieblichen Gesundheitsmanagement einschließen.

Hier hat die SDK bereits seit 2017 ein Portfolio aufgebaut, das sich an Kranken-Vollversicherte und Firmenkunden richtet (11.12.2020). Wichtig ist Engemann auch die Corona-Hotline des Versicherers, die sich bei der gewerblichen Klientel im vergangenen Jahr bewährt hat.

„Mit diesem telefonischen Angebot konnten wir 80 zusätzliche Firmenkunden von den Dienstleistungen der SDK-Gesundwerker überzeugen“, so der Vorstand. Für das neue Jahr plant der Vertriebschef zusätzlich „systematische Gespräche mit den Bestandskunden“, um den Bedarf der Klientel regelmäßig zu erfragen.

Als „Highlight“ kündigt der Versicherer 2021 die Einführung der sogenannten Budget-Tarife an. Details zur konkreten Gestaltung dazu werden noch nicht dargelegt. Vorreiter sei bei dieser Produktgattung die Hallesche Krankenversicherung a.G. mit ihren „Feelfree“-Tarifen, die der Versicherer vor zwei Jahren an den Start brachte (14.12.2020, 29.10.2018).

Pläne für das neue Geschäftsjahr

Im neuen Jahr soll nach Angaben des Vorstands neben der Einführung der Budget-Tarife auch das Neugeschäft in der Vollversicherung ausgebaut werden.

Zusätzlich soll die Absicherung der Pflegebedürftigkeit in der bKV ein Thema werden. „Neben privaten Zusatzversicherungen denken wir auch über Kollektivverträge nach, die der Arbeitgeber für seine Beschäftigten abschließt“, betont Schmeing. Das Thema sei bisher zu kurz gekommen und 2020 wohl auch von der Pandemie verdrängt worden, so der Betriebsvorstand.

Als Beispiel für ein solches Modell nennt er die arbeitgeberfinanzierte tarifliche betriebliche Pflegezusatz-Versicherung „CareFlex Chemie“, die die Bundes-Arbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) vereinbart haben (7.1.2021, 25.11.2019). Sie gilt ab Juli 2021 obligatorisch für die 435.000 Tarif-Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie.

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