Rechtsschutz – Rückenwind für Neugeschäft

27.5.2024 – Einerseits sind die Risiken von Rechtsstreitigkeiten teilweise existenzbedrohend. Andererseits fehlt es vielen Haushalten an einer passenden Absicherung und viele alte Bestandspolicen sind erneuerungsbedürftig. Somit besteht ein aussichtsreiches Potenzial für Versicherungsabschlüsse. Wie Vermittler sich das erschließen können, darüber informiert dieses Heft.

Bei der Recherche für dieses Extrablatt zeigte sich, dass dies ein nach wie vor hart umkämpfter Markt ist mit viel Potenzial. Auch wenn die Schlagzeilen um Massenklagen wie etwa im Diesel-Skandal ein anderes Bild zeichnen, verzichten doch viele Haushalte darauf, ihr Recht durchzusetzen.

An deutschen Zivilgerichten sinkt die Zahl der eingehenden Klagen seit mehr als 20 Jahren deutlich. Der Weg zum Recht stellt sich für viele immer häufiger als Ultima Ratio dar, so der Abschlussbericht des Bundesjustizministeriums „Erforschung der Ursachen des Rückgangs der Eingangszahlen bei den Zivilgerichten“.

„...es ist für Kläger und Klägerinnen insbesondere ohne Rechtschutzversicherung auch finanziell riskant. Der Prozessausgang ist unsicher und es besteht das Risiko des Unterliegens, aber auch das Risiko selbst im Erfolgsfall wegen der Zweitschuldnerhaftung oder der Vereinbarung einer Vergütung, die die gesetzliche Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) übersteigt, einen mehr oder weniger großen Teil der Prozesskosten tragen zu müssen,“ so der Bericht.

Streitfälle landen immer seltener vor Gericht

Der „Roland Rechtsschutzreport 2024“ kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Nur 23 Prozent der Bevölkerung war in den letzten zehn Jahren an einem Gerichtsprozess – als Zeuge, Kläger oder Beklagter – beteiligt. Zwischen 2011 und 2015 lag der Wert noch bei 29 Prozent.

Doch selbst, wer das Kostenrisiko eingehen mag, steht nicht selten vor Problemen, wie sich aus dem Abschlussbericht ergibt: „Für kleinere Forderungen ist es oft auch schwierig eine anwaltliche Vertretung zu finden. Auch und insbesondere, weil für kleinere bis mittlere vor Forderungen oft von der RVG abgewichen wird.“ Sind die Sachverhalte inhaltlich recht anspruchsvoll oder komplex, dürfen alle Beteiligten nämlich höher abrechnen.

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Rechtsschutz lohnt sich

In derartigen Fällen ist ein Rechtsschutz besonders sinnvoll: seit Jahren bemüht sich die Branche nämlich weg von der reinen Kostenerstattung hin zu mehr Services, vom Zahler zum „Kümmerer“. Vielfach werden die Kunden bei der Anwaltssuche und mit kostenfreier Beratung via Telefon oder auch durch eigene Rechtsanwalt-Netze unterstützt.

56 Prozent der Privathaushalte haben inzwischen eine Rechtschutzversicherung. Das sind zwar rund drei Prozentpunkte mehr als vor zehn Jahren, bietet aber noch Potenzial: denn zum einen sind viele Haushalte nur in einzelnen Rechtsgebieten abgesichert. Das ist vor allem der Verkehrsrechtschutz, den die Automobilclubs einfach und preiswert anbieten.

Deckungslücken ergeben sich aber nicht nur aus dem Abschluss einzelner Rechtsgebiete, sondern auch aus der Veralterung der Verträge. So haben die Rechtsschutzversicherer und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mehrfach ihre (Muster-) Bedingungswerke überarbeitet und erweitert. Welche Lücken damit verbunden sein können, zeigt das Extrablatt.

Werte Leserschaft,

Monika Lier (Bild: Lier)

mit dem Rechtsschutz als Schwerpunktthema haben wir uns vor genau zehn Jahren, nämlich in Heft 2|2014, beschäftigt. Seither hat sich einiges getan.

Auf dem Titelbild prangte damals eine weiß-marmorierte Justitia mit ihren typischen Insignien: der leicht schräg gehaltenen Waage (für den strafrechtlichen Grundsatz „in dubio pro reo“ – im Zweifel für den Angeklagten), dem Schwert und der Augenbinde.

Dies soll die römische Göttin der Gerechtigkeit in die Lage versetzen, ohne Ansehen der Person, nach sorgfältiger Abwägung der Sachlage Recht zu sprechen und mit der nötigen Härte auch durchzusetzen.

Dieses Sinnbild für staatliche Gerechtigkeit, das sich in vielen Gerichten findet, schmückt auch das neue Heft. Unser Layouter Jan Pieloth hat uns aus dem Angebot der Bildagenturen wieder einmal eine „grafisch-konzeptionelle Maßanfertigung“ kreiert:

  • Neugeschäft = goldene Justitia,
  • Rückenwind = Vorwärtsbewegung der Waage,
  • Altverträge = zerbrochene steinerne Justitia zu Füßen der neuen.

Dass es vertrieblich Sinn macht, sich mit dem Rechtsschutz zu beschäftigen, und wie man das tut, zeigen wir auf den nächsten Seiten.

Nun aber, viel Spaß beim Lesen!

Ihre

Monika Lier

(Chefredakteurin)

VersicherungsJournal-Extrablatt 2|2024 (Bild: VersicherungsJournal)
VersicherungsJournal-Ex-
trablatt 2|2024 (Bild: Versi-
cherungsJournal) Zum Ver-
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Inhaltsverzeichnis

Das lesen Sie im Extrablatt 2|2024:

  • Vor Gericht und auf hoher See... 4
  • Kommentar: Waffengleichheit 10
  • Gut und preiswert 11
  • Es tickt im Altbestand 17
  • Statt Streit vor Gericht 20
  • Widerstand lohnt 23
  • Testen Sie Ihr Wissen 26
  • Impressum 27

Das Extrablatt 2|2024 „Rechtsschutz – Rückenwind für Neugeschäft“ können Sie als  E-Paper im PDF-Format (3 MB) hier herunterladen.

Monika Lier

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