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Europäischer Gerichtshof stärkt Fluggastrechte

12.7.2019 – Eine Fluggesellschaft, welche im Rahmen einer einheitlichen Buchung den ersten Teilflug durchgeführt hat, muss Ausgleichsansprüche befriedigen, wenn sich der nicht von ihr durchgeführte Weiterflug erheblich verzögert. Das gilt nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 11. Juli 2019 selbst dann, wenn das zweite Flugzeug außerhalb der Europäischen Union gestartet ist (C-502/18).

Die Kläger hatten bei einem tschechischen Luftfahrtunternehmen einen Flug von Prag über Abu Dhabi nach Bangkok gebucht.

Nicht zuständig?

Während der von Prag aus gestartete Flieger pünktlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten landete, verzögerte sich der Weiterflug mit einer anderen Gesellschaft um mehrere Stunden. Die Reisenden kamen schließlich mit einer Verspätung von mehr als acht Stunden in Thailand an.

Bei ihrer Rückkehr machten sie gegenüber der tschechischen Fluggesellschaft Ausgleichszahlungen im Sinne der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung geltend.

Die fühlte sich für die Verspätung nicht verantwortlich. Denn schließlich sei ihr Flieger pünktlich in Abu Dhabi gelandet. Sie könne folglich nicht für eine Verzögerung in Anspruch genommen werden, welche im Einflussbereich der zweiten Airline gelegen habe.

Doch dem wollten sich die Richter des Europäischen Gerichtshofs nicht anschließen. Sie gaben der Klage der Reisenden auf eine Ausgleichszahlung statt.

Sache des ersten Luftfahrtunternehmens

Nach Ansicht des Gerichts ist ein Flug mit einem ein- oder mehrmaligen Umsteigen, der Gegenstand einer einzigen Buchung war, rechtlich als Gesamtheit anzusehen. Das gelte auch dann, wenn ein Anschlussflug nicht von einem Flughafen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aus durchgeführt werde und auch der Transporteur nicht in der EU ansässig sei.

Denn für Ausgleichszahlungen wegen einer Verspätung sei grundsätzlich jenes Unternehmen in Anspruch zu nehmen, welches den ersten Teilflug von Europa aus durchgeführt habe – in dem entschiedenen Fall das tschechische.

Dieser stünde allerdings das Recht zu, sich wegen der finanziellen Belastung bei jenem Partner schadlos zu halten, welcher für die verspäte Weiterreise verantwortlich war.

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