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Schmerzhafter Friseurbesuch

4.11.2019 – Wer in einem Friseursalon beim Färben seiner Haare durch eine zu lange Einwirkzeit des Färbemittels verletzt wird, hat einen Anspruch auf Zahlung von Schadenersatz sowie eines Schmerzensgeldes. Das hat das Landgericht Köln mit einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil vom 11. Oktober 2019 entschieden (7 O 216/17).

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Geklagt hatte eine Frau, die im Dezember 2016 einen Friseur aufgesucht hatte, um sich Strähnen ihres Haars blond färben zu lassen.

Starke Schmerzen

Nachdem ihr eine Blondiercreme auf die Haarpartien aufgetragen worden war, musste sie, um die Creme einwirken zu lassen, eine Zeitlang warten. Weil sie während des Wartevorgangs ein Brennen auf ihrer Kopfhaut verspürte, sprach sie die für sie zuständige Friseurin an. Die bedeutete ihr, dass es sich dabei um einen natürlichen Vorgang handele und ließ ihre Kundin weitere 30 Minuten warten.

Als sie sich ihr endlich widmete stellte sich heraus, dass die Klägerin durch das Färbemittel im Bereich des Hinterkopfs eine handtellergroße Verbrennung beziehungsweise Verätzung ersten bis zweiten Grades erlitten hatte.

Die Verletzung löste starke Schmerzen aus. Sie erforderte eine monatelange Infektions- und Schmerzbehandlung. Es stellte sich außerdem heraus, dass in dem betroffenen Bereich auf natürliche Weise keine Haare mehr nachwachsen können.

Friseurgutschein statt Schadenersatz angeboten

Als der Inhaber des Friseursalons davon erfuhr, bot er seiner Kundin als Entschädigung einen Friseurgutschein an. Das empfand die Frau angesichts ihrer schweren Verletzung als Hohn.

Sie verklagte ihn daher auf Zahlung von Schadenersatz sowie eines Schmerzensgeldes in Höhe von 10.000 Euro. Denn schließlich könne sie ohne einen chirurgischen Eingriff nie wieder eine Kurzhaarfrisur tragen.

Das Kölner Landgericht gab der Klage dem Grunde nach statt. Es hielt allerdings die Schmerzensgeldforderung für überzogen.

Behandlung war fahrlässig

Nach der Beweisaufnahme zeigte sich das Gericht davon überzeugt, dass tatsächlich eine zu lange Einwirkzeit des Färbemittels Ursache für die schweren Verletzungen der Frau war.

Es sei fahrlässig gewesen, die Geschädigte nach ihrem Hinweis wegen eines Brennens ihrer Kopfhaut nicht zu untersuchen und den Blondierungsvorgang fortzusetzen. Der Friseursalon sei daher in vollem Umfang für den Vorfall verantwortlich.

Angesichts des Heilungsverlaufs sowie der grundsätzlichen Möglichkeit des Verdeckens der betroffenen Stelle durch das dicke Haar der Klägerin sprach ihr das Gericht jedoch nur ein Schmerzensgeld in Höhe von 4.000 Euro zu. Es stellte außerdem fest, dass der Friseur dazu verpflichtet ist, im Falle weiterer durch die Verletzung eintretende Schäden diese zu ersetzen.