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Die teuersten Naturkatastrophen für Kfz- und Sachversicherer

10.10.2019 – Über drei Milliarden Euro haben die deutschen Sach- und Kraftfahrtversicherer 2018 für versicherte Schäden durch Naturgewalten aufgewendet. Dies ist erneut mehr als im Jahr zuvor, wie dem aktuellen GDV-Naturgefahrenreport zu entnehmen ist. Im Vergleich zum weltweiten Schadengeschehen ist die heimische Assekuranz allerdings vergleichsweise glimpflich davongekommen.

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Die versicherten Schäden durch Naturgefahren beliefen sich 2018 auf 3,1 Milliarden Euro. Das sind rund 200 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 10.10.2108). Dies teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Mittwoch im Rahmen der Veröffentlichung des „Naturgefahrenreports 2019“ (PDF, 8,9 MB) mit.

2,6 Milliarden Euro versicherte Schäden in der Sachversicherung

Davon entfielen 2,6 Milliarden (Vorjahr: 2,0 Milliarden) Euro auf die Sachversicherung, wozu der GDV die Zweige Wohngebäude, Hausrat, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft zählt. 1,60 (1,13) Millionen Sturm- und Hagelschäden kosteten die Versicherungswirtschaft dabei in etwa 2,1 (1,7) Milliarden Euro. Hinzu kamen 500 (300) Millionen Euro für 111.000 (60.000) erweiterte Elementarschäden.

Schäden durch Naturgefahren 2018 (Bild: GDV)
(Bild: GDV)

Für die Kraftfahrzeug-Versicherer werden für 2018 in dem Report 520 (860) Millionen Euro an Schadenaufwand in der Voll- und Teilkaskoversicherung ausgewiesen. 500 (850) Millionen Euro davon wurden durch 215.000 (405.000) Sturm- und Hagelschäden verursacht. Schäden in Höhe von 20 (zehn) Millionen Euro entstanden durch 4.300 (3.000) Überschwemmungsschäden.

Frühere Jahre waren deutlich teurer

Zwar war die Schadenbelastung durch Naturgefahren im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hoch. Allerdings gab es noch deutlich schlechtere Jahre für die deutschen Sach- und Kfz-Versicherer. So schlug vor allem das Jahr 2002 mit der Oder-Flut mit über zehn Milliarden Euro (hochgerechnet auf Bestand und Preise 2017) deutlich teurer zu Buche.

Auch 2013 lag die Schadensumme mit rund 8,7 Milliarden Euro fast drei Mal so hoch. Das Jahr war schadenseitig vom Juni-Hochwasser (3.7.2013, 2.9.2013) sowie von mehreren schweren Hagelstürmen und Orkanen geprägt (13.10.2014)

Die teuersten Naturkatastrophen hierzulande

In der Rangliste der zehn verheerendsten Naturkatastrophen seit 2002 ist aber immerhin ein Ereignis des vergangenen Jahres zu finden. Dies ist der Sturm „Friederike“, der Mitte Januar einen Schadenaufwand im Milliardenbereich verursacht hat (19.1.2018, 24.1.2018). Das reicht für Position sieben in der Top Ten.

Am teuersten für die deutschen Sach- und Kraftfahrtversicherer war mit über vier Milliarden Euro an versicherten Schäden das August-Hochwasser im Jahr 2002. Dahinter folgen „Kyrill“ (25.1.2007, 9.2.2007, 16.2.2007) und die Hagelereignisse „Andreas“ und „Bernd“ im Jahr 2013 mit jeweils rund drei Milliarden Euro.

Teuerste Naturkatastrophen (Bild: GDV)
Teuerste Naturkatastrophen (Bild: GDV)

Global gesehen verlief das Schadenjahr 2018 deutlich schlechter

Auch im Vergleich zur weltweiten Situation ist die deutsche Assekuranz vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Denn 2018 war global gesehen eines der teuersten seit 1970. Nach Berechnungen des Swiss Re Institutes verursachten Naturkatastrophen 2018 versicherte Schäden in Höhe von umgerechnet fast 70 Milliarden Euro.

Teurer für die Versicherungswirtschaft waren neben 2017 (11.4.2018) nur zwei weitere Jahre. Hierzu gehört 2011 mit einer außergewöhnliche Häufung von schweren Erdbeben (12.1.2012) sowie 2005 mit dem Hurrikan „Katrina“ (1.9.2005, 13.9.2005).

Wie teuer wird 2019?

Das laufende Jahr könnte für die Versicherer aus der Bundesrepublik ebenfalls ein sehr teures werden. So haben allein im März die Sturmtiefs „Bennet“ (Medienspiegel 7.3.2019) und „Eberhard“ (12.3.2019) zusammen versicherte Schäden etwa in Milliardenhöhe verursacht.

Der Pfingststurm „Jörn“ (19.6.2019, 13.6.2019) hat für versicherte Schäden im mittleren dreistelligen Millionenbereich gesorgt. Der Versichererverband ging im Rahmen seiner Halbjahresbilanz (nach seinerzeitigem Stand) dennoch von einem „normalen Schadenjahr 2019“ aus (27.8.2019)

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