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Steuern sparen mit der privaten Krankenversicherung

16.11.2020 – Kunden, die ihre Beiträge bis zu drei Jahre im Voraus zahlen, können das beim Finanzamt geltend machen. Wie das Modell funktioniert, veranschaulicht ein neuer Rechner des IVFP. Das lohnt sich aber nur für bestimmte Zielgruppen und unter der Voraussetzung, dass der jeweilige Krankenversicherer diesen Weg akzeptiert. Eine Übersicht zu den Konditionen von 25 Gesellschaften.

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Rückgänge im Neugeschäft trafen im laufenden Coronajahr vor allem Makler, die ihren Fokus in den Sparten Leben und Kranken haben. Das zeigten diverse Umfragen im Frühjahr (VersicherungsJournal 28.4.2020) sowie Mitgliederinterviews des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) (7.9.2020, 18.5.2020).

Auf einen Beratungsansatz für privat Krankenversicherte, der gerade am Jahresende gutsituierte Kunden interessieren könnte, weist die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) hin.

„Im Bereich der privaten Krankenvollversicherung hat der Gesetzgeber im Jahr 2020 eine wichtige Gesetzesänderung beschlossen, die einen bereits bestehenden Effekt nochmals verstärkt. Dabei handelt es sich um die Vorauszahlung der Krankenversicherungs-Beiträge“, schreibt das Institut auf seiner Webseite.

IVFP-Rechner zeigt Vorteil bei Vorauszahlung an

Der Hintergrund: Zum Jahresanfang hat der Gesetzgeber das vor zehn Jahren verabschiedete Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung (VersicherungsJournal 6.4.2009) überarbeitet.

Es erfasst Beiträge für die Kranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie Beitragsentlastungs-Tarife für das Alter. Diese können Versicherte jetzt bis zu drei Jahre im Voraus zahlen, um sie im Jahr der Überweisung als Sonderausgaben in unbegrenzter Höhe von der Einkommensteuer abzusetzen.

Bisher waren nach § 10 Absatz 1 Nummer 3 EStG nur zweieinhalb Jahre Vorauszahlung akzeptabel (2.12.2019). Damit hat sich in diesem Jahr ein spezielles Steuersparmodell für Krankenvollversicherte verbessert, wie auch das IVFP betont.

Damit Vermittler Kunden und Interessenten diesen Steuereffekt rund um die PKV aufzeigen könnten, habe das Institut den „KV-Optimierer“ entwickelt. Ein Teil davon, ist ein Rechner, der die Ermittlung des Steuervorteils bei Vorauszahlung der Beiträge visualisiert.

Wie das Steuersparmodell funktioniert

Das Steuersparmodell für Vollversicherte erklärt der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) so: „Alle Steuerpflichtigen können nicht nur Belastungen für die Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung, sondern auch für ‚sonstige Vorsorgebeiträge‘ von der Steuer absetzen.

Für letztere gilt aber eine Maximalgrenze von 1.900 Euro (für Arbeitnehmer und Beamte) beziehungsweise von 2.800 Euro (für Selbstständige). Und auch das nur, sofern dieser Rahmen nicht schon durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgefüllt ist. Das führt dazu, dass in der Regel kaum sonstige Beiträge vom Finanzamt anerkannt werden.

Zahlen Versicherte ihre PKV-Beiträge nun im Voraus, schöpfen sie zwar die Höchstgrenze in dem Jahr voll aus, in dem die Vorauszahlung anfällt. In den folgenden Jahren besteht dann aber der volle Spielraum und kann für sonstige Versicherungen wie private Zusatzversicherungen genutzt werden. Der finanzielle Vorteil aus diesem Vorgehen kann mehrere Tausend Euro betragen.“

Der Krankenversicherer muss mitspielen

Profitieren kann im Prinzip jeder Versicherte. Ausgeschlossen sind pflichtversicherte Arbeitnehmer und Rentner, weil sie die Prämien nicht selbst überweisen. Zweite Voraussetzung ist, dass der Krankenversicherer bereit ist, die Vorauszahlungen anzunehmen. Die Gesellschaften sind dazu nicht verpflichtet.

Deshalb hat die VersicherungsJournal-Redaktion bei 34 privaten Krankenversicherern, die Vollversicherungstarife anbieten, nachgefragt. 25 Gesellschaften nannten dazu ihre Konditionen, neun Unternehmen haben nicht geantwortet. Nach den Angaben der Assekuranz hat die Redaktion eine Übersicht erstellt (22.5.2020).

Diese Versicherer haben sich an der Umfrage nicht beteiligt:

Krankenvollversicherung: Konditionen für Vorauszahlung der Beiträge

Versicherer

Zeitraum für Vorauszahlungen*

Nachlass für Vorauszahlung*

Besonderheiten

Allianz private Krankenversicherungs-AG

36 Monate

Nein

Keine

Alte Oldenburger Krankenversicherung AG

36 Monate

Nein

Keine

Arag Krankenversicherungs-AG

36 Monate

Nein

Keine

Axa Krankenversicherung AG

12 Monate

Ja, je nach Tarif bis drei Prozent (auch bei halbjährlicher Zahlungsweise)

Auch für Krankenzusatz-Policen

Barmenia Krankenversicherung AG

36 Monate

Vier Prozent

Keine

Bayerische Beamtenkrankenkasse AG

12 Monate

Bei Unisex-Tarifen (Verbandstarifen, bKV**) kein Skonto.

Keine

Central Krankenversicherung AG

Unbegrenzt**

Nein

Keine

Continentale Krankenversicherung a.G.

36 Monate (nur auf Anfrage)

Nein

Keine

Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G.

36 Monate

Nein

Keine

DEVK Krankenversicherungs-AG

36 Monate

Nein

Keine

DKV Deutsche Krankenversicherung AG

36 Monate

Nein bei Unisex-Tarifen, bei einigen Bisex-Tarifen bis zu drei Prozent

Keine

Ergo Direkt AG

Keine Angabe

Keine Angabe

Bei Zusatz-Policen kein Skonto

Gothaer Krankenversicherung AG

Unbegrenzt**

Vier Prozent Skonto

Auch für Zusatztarife

Hallesche Krankenversicherung a.G.

36 Monate

Drei Prozent für Vollversicherung

Auch für Kranken- und Pflegezusatz-Versicherung sowie bKV*** Nachlass

Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG

36 Monate

Nein

In Kranken- und Pflegezusatztarifen (Unisex), wenn vertraglich vereinbart. Ein Prozent bei halb- und zwei Prozent bei jährlicher Zahlungsweise. Nicht in der bKV***

Inter Krankenversicherung AG

36 Monate

Ja, mit regelmäßiger Anpassung in der Höhe

Auch für Kranken- und Pflegezusatztarife

Landeskrankenhilfe V.V.a.G.

36 Monate

Nein

Keine

Nürnberger Krankenversicherung AG

Unbegrenzt**

Vier Prozent.

Keine

Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG

36 Monate

Nein

Keine

Ottonova Krankenversicherung AG

12 Monate

Nein

Keine

Provinzial Krankenversicherung Hannover AG

36 Monate

Nein

Keine

Süddeutsche Krankenversicherung a.G.

12 Monate

Ein Prozent

Gilt auch für Zusatztarife und bKV***

UKV - Union Krankenversicherung AG

12 Monate

Nein bei Unisex-Tarifen, Verbandstarifen, bKV***. Bei Bisex-Tarifen teilweise drei Prozent.

Keine

Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) Krankenversicherung AG

36 Monate

Nein

In Kranken- und Pflegezusatztarifen (Unisex), wenn vertraglich vereinbart. Ein Prozent bei halb- und zwei Prozent bei jährlicher Zahlungsweise. Nicht in der bKV***

Württembergische Krankenversicherung AG

30 Monate

Je nach Tarif, nicht in neu eingeführten Tarifen

Auch für Kranken- und Pflegezusatztarife

Konditionen unterscheiden sich deutlich

Die Central und die Gothaer lassen zum Beispiel Vorauszahlungen in unbegrenzter Höhe zu, steuerlich relevant sind aber nur drei Jahresbeiträge. Branchenprimus Debeka lässt Vorauszahlungen in Höhe von 36 Monaten zu, gewährt aber keinen Rabatt.

Die DKV ist eine der wenigen Gesellschaften, die ihren Versicherten bereits seit 2011 die Möglichkeit, Beiträge im Voraus zu zahlen, bietet.

Ansonsten akzeptieren die Gesellschaften die Vorauszahlung von Jahresbeiträgen zwischen einem und drei Jahren. Auch, ob die Unternehmen für die angesprochene Beitragszahlung Skonto offerieren und wie hoch dieser ausfällt, ist unterschiedlich.

Hohe Rabatte bei Vorauszahlung

Die Beiträge zur staatlich geförderten privaten Pflegeversicherung (Pflege-Bahr) sind generell monatlich zu zahlen. Alle anderen Prämien können jährlich überwiesen werden.

Gut die Hälfte der privaten Krankenversicherer zeigt sich für die frühere Zahlung allerdings nicht erkenntlich. Bei manchen Gesellschaften gilt das nur bei neueren Tarifen, während Altkunden noch Nachlässe bei jährlicher (und teilweise halbjährlicher) Zahlungsweise erhalten.

Sofern Skonto angeboten wird, dann meist drei oder vier Prozent auf den zwölffachen Monatsbeitrag. Das gilt auch bei Vorauszahlungen für drei Jahre.

Wenn für ein Jahr im Voraus gezahlt wird, entsprechend die drei oder vier Prozent Skonto einer Rendite von 6,96 beziehungsweise 9,49 Prozent. Diese vergleichsweise hoch verzinste „Geldanlage“ ist unabhängig von dem Steuersparmodell und gilt, soweit sie von den Krankenversicherern überhaupt angeboten werden, meist auch für Zusatzpolicen.

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