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Inflationsausgleich: Diese Mitarbeiter können sich über Extrageld freuen

22.11.2022 – Ob und welche Arbeitgeber der Versicherungsbranche ihren Angestellten die steuerfreie Prämie zahlen und in welcher Höhe, ist noch unklar. Die meisten Unternehmen warten die Gespräche zwischen AGV und Verdi Anfang Dezember ab. Die Zurich zahlt im Dezember bereits einen Teilbetrag von 500 Euro und Fonds Finanz wird 2023 den vollen Betrag an die Beschäftigten überweisen.

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Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern seit dem 26. Oktober freiwillig bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei zukommen lassen. Diese sogenannte „Inflations-Ausgleichsprämie“ hat die Bundesregierung angestoßen, um Erwerbstätige finanziell zu unterstützen.

Grundlage für die steuerfreie Zahlung ist das „Gesetz zur temporären Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Gaslieferungen über das Erdgasnetz“. Es tritt rückwirkend zum 1. Oktober 2022 in Kraft. Unternehmen müssen die Prämie nicht an alle Beschäftigten eines Unternehmens auszahlen.

Arbeitgeber und Gewerkschafter treffen sich im Dezember

Ob und welche Arbeitgeber der Versicherungsbranche ihren Mitarbeitern den Ausgleich zahlen und in welcher Höhe, ist noch unklar. Am 3. oder 4. Dezember werden sich Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter zu diesem Thema austauschen. Das teilte der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) auf seiner Webseite mit.

Nicht alle Unternehmen der Branche wollen das Treffen abwarten: die Zurich Gruppe Deutschland und die Fonds Finanz Maklerservice GmbH äußerten sich auf Nachfrage bereits zu ihren Plänen.

Zurich: Prämie für alle Festangestellten im Innendienst

Uwe Schöpe (Bild: Zurich)
Uwe Schöpe (Bild: Zurich)

„Bereits mit dem Dezembergehalt zahlen wir allen Festangestellten im Innendienst eine steuerfreie Inflations-Ausgleichsprämie aus“, erklärt Uwe Schöpe, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei der Zurich, gegenüber dem VersicherungsJournal.

Im Dezember werde den Mitarbeitenden ein Teilbetrag in Höhe von 500 Euro überwiesen. „Die Prämie wird an alle Festangestellten im Innendienst ausgezahlt – auch an Mitarbeitende in Elternzeit und an Leitende Angestellte“, unterstreicht der Personalvorstand.

Die verbleibenden 2.500 Euro sollen allen Zurich-Beschäftigten bis spätestens 31. Dezember 2024 ausgezahlt werden. Der Versicherer wird beim AGV unter den tarifgebundenen Unternehmen aufgelistet.

Fonds Finanz: volle Zuwendung im neuen Jahr

Auch die Fonds Finanz wird die Vorlage der Bundesregierung für finanzielle Zuwendungen nutzen. Bereits im Oktober sicherte die Geschäftsführung des Pools die Inflations-Ausgleichsprämie „der Belegschaft im Innendienst sowie festangestellten Mitarbeitern aus dem dezentralen Vertrieb zu“, teilten die Münchener mit.

Die steuer- und abgabenfreie Zuwendung erhalten die Beschäftigten des Unternehmens im neuen Jahr.

„Der Beschluss sieht vor, den Mitarbeitern bei einer Vollzeitbeschäftigung die vollen 3.000 Euro auszuzahlen. Teilzeitbeschäftigte erhalten einen prozentualen Anteil der Prämie, der ihrer vertraglich vereinbarten Arbeitszeit entspricht“, erklärte Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter des Marktführers. Eine Differenzierung nach Gehaltsgruppen erfolge nicht.

AGV verweist auf Tarifabschluss im April

Die Mitarbeitenden der Zurich und der Fonds Finanz können die Prämie somit schon mal in ihren privaten Finanzplan aufnehmen. Arbeitnehmer anderer Unternehmen der Versicherungswirtschaft müssen sich wohl noch bis Anfang Dezember gedulden.

Die Arbeitgeber halten den Ball flach: Mit Tarifvereinbarung vom 2. April für den Innendienst (4.4.2022) bestehe eine „Friedenspflicht“. Trotzdem regten die Vereinten Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) und der Deutsche Bankangestellten-Verband e.V. (DBV) – Gewerkschaft der Finanzdienstleister ein Treffen zu den freiwilligen Zahlungen an.

„Der AGV-Vorstand hat auf seiner außerordentlichen Sitzung am 15. November dem gewerkschaftlichen Anliegen zumindest insofern Rechnung getragen, als der AGV bereit ist, mit den Gewerkschaften Gespräche (keine Verhandlungen) über die Thematik zu führen“, teilt der Verband mit.

Am 3. oder 4. Dezember treffen sich die Arbeitgeber nach eigener Aussage mit Verdi, am nächsten Tag mit dem DBV. „Da es keine weiteren Gespräche geben wird, darf damit gerechnet werden, dass am 5. Dezember feststeht, ob und inwieweit die Tarifvertragsparteien die ‚Inflations-Ausgleichsprämie‘ kurzfristig zum Gegenstand einer tariflichen Regelung machen werden“, so der AGV.

Verdi: 3.000 Euro für alle

Mit einer besinnlichen Advents-Kaffeerunde sollten sie Arbeitgeber nicht rechnen. „Aufgrund der hohen Inflation und auch den Inflationsprognosen für das kommende Jahr, reicht der diesjährige Tarifabschluss nicht aus, um die realen Einkommen der Beschäftigten auch nur annähernd zu sichern“, stellt Martina Grundler, Verdi-Bundesfach-Gruppenleiterin Versicherungen, klar.

„Angesichts der stabilen wirtschaftlichen Situation der Versicherungsbranche und den nach wie vor guten Geschäftsergebnissen haben wir die Erwartung, dass die Branche diesen Betrag ausschöpft, und fordern deshalb 3.000 Euro für alle!“, legt die Gewerkschafterin nach.

Von der Preissteigerung seien schließlich alle Mitarbeitenden betroffen, somit könne man die Prämie „gerne tarifvertraglich vereinbaren“, damit alle gleichermaßen profitierten.

Der Appell treffe auf große Unterstützung in den Belegschaften, innerhalb weniger Tage hätten sich bereits mehrere tausend Beschäftigte an einer Unterschriftenaktion zur Unterstützung der Forderung von Verdi beteiligt, so Grundler weiter.