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Titel

Zweistelliger Millionenschaden durch Veruntreuung von Außen- und Innendienst

7.9.2022 – Den Versicherungs-Unternehmen ist 2020 ein Schaden von etwa 12,1 Millionen Euro durch Unregelmäßigkeiten entstanden. Täter waren hauptsächlich Vermittler. Der größte Anteil an den konkret ausgewiesenen Tatmodalitäten entfiel laut der Bafin-Zahlen auf fingierte Verträge.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) listet in ihrer jährlich erscheinenden Statistik der Erstversicherungs-Unternehmen zahlreiche Bilanz- und weiteren Branchenkennzahlen auf.

Die Publikation gibt unter anderem auch Aufschluss über Veruntreuungen von Versicherungs-Mitarbeitern beziehungsweise -vermittlern. Grundlage ist die Sammelverfügung vom 10. Dezember 2015 zur Meldung von Unregelmäßigkeiten im Versicherungsaußen- und Versicherungs-Innendienst.

Zu den Unregelmäßigkeiten zählt die Aufsicht neben Fällen der Provisionserschleichung „alle strafbaren Handlungen einschließlich strafbarer Versuche aus Eigentums- und Vermögensdelikten, wie zum Beispiel Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Inkasso-Geldern und Computermanipulationen, die zum Beispiel zur Verbuchung von Drittgeldern auf Konten des Vermittlers führen“.

Mehr als zwölf Millionen Euro Schaden durch Veruntreuung

Für das Berichtsjahr wurden der Aufsicht Unregelmäßigkeiten mit einem Volumen von mehr als 12,1 Millionen Euro angezeigt. Die Summe ist mehr als doppelt so groß wie im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 17.12.2020).

Zwei Jahre zuvor fiel sie etwas niedriger (27.2.2020) und im Jahr davor etwas höher aus (8.3.2019) als aktuell. Beteiligt an den Delikten waren 267 Personen (2019: 212; 2018: 302; 2017: 329; 2016: 342).

Entwicklung (Bild: Wichert)

Übeltäter und Schadenanteile

Wie in den Vorjahren besaßen rund zwei von drei Tätern den Status „gebundener Vermittler“. Auf die entfielen jedoch über 92 (2019: knapp 40) Prozent des veruntreuten Betrags.

Etwa jeder neunte (zehnte) Betrüger war dem Lager der Makler zuzuordnen. Diese Gruppe verursachte allerdings nur rund ein Zwanzigstel (über ein Fünftel) des Gesamtschadens.

1,5 Prozent (ein gutes Drittel) der veruntreuten Summe ging auf das Konto von Innendienstlern. Diese kommen auf einen Anteil von weiterhin annähernd einem Zehntel an den Übeltätern.

Vermittlerstatus (Bild: Wichert)
Lesebeispiel: 180 gebundene Vermittler verursachten 2020 bei Versicherungs-Unternehmen rund 11,1 Millionen Euro Schaden durch Veruntreuung (Bild: Wichert)

Täter sind größtenteils Vermittler

An den gemeldeten Unregelmäßigkeiten über 5.000 Euro, für die eine Aufschlüsselung auch nach Sparten vorgenommen wird, waren im Berichtsjahr erneut 76 Personen beteiligt. Der veruntreute Betrag belief sich den Daten der Aufsicht zufolge hier auf knapp 12,02 (4,8) Millionen Euro.

Mit rund 197.400 Euro wurden 1,6 Prozent (ein gutes Drittel) des ergaunerten Betrages von Innendienst- beziehungsweise angestellten Außendienst-Mitarbeitern verursacht. Diese machten aber über ein Zehntel der Täter aus.

Der Rest des Gesamtbetrages ging auf das Konto von Vermittlern. Fast 11,2 Millionen Euro wurden von 55 gebundenen Vermittlern widerrechtlich in die eigene Tasche gesteckt. Bei den neun Maklern waren es in Summe fast 600.000 Euro.

Wie den Aufstellungen der Bafin weiter zu entnehmen ist, entstand mit über 87 Prozent der Großteil des Schadens in der Schaden-/ Unfallversicherung. Ein Neuntel entfiel auf die Lebensversicherung, die verbleibenden nicht einmal 1,5 Prozent auf die substitutive Krankenversicherung.

Fingierte Verträge sorgten für ein hohes Schadenvolumen

Der Großteil der veruntreuten Summe (über 80 Prozent) entfiel auf die Kategorie „Sonstiges“, die nicht weiter aufgeschlüsselt wird. An dem verbleibenden Schaden machten fingierte Verträge rund 60 Prozent aus.

Tatmodalitäten (Bild: Wichert)

Schadenmanipulationen (ausschließlich in Schaden/Unfall) waren für jeden sechsten Euro der nicht unter „Sonstige“ gelisteten Betrügereien verantwortlich. Kundengelder für Nicht-Versicherungsgeschäfte kamen auf einen Anteil von einem guten Achtel, nicht existente Versicherungsnehmer auf etwa ein Elftel.

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