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Alterseinkommen: Macht der Senioren auf regionale Wirtschaft wächst deutlich

23.11.2022 – Die Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung  macht aktuell ein Fünftel der privaten Haushaltseinkommen aus. Damit beeinflussen Rentner heute schon die Wirtschaft stark. Sie bestimmen zum Teil die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten, wie eine Analyse des GDV nahelegt.

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Jeder fünfte Euro oder 20,4 Prozent der verfügbaren Einkommen privater Haushalte in Deutschland kommen aus dem Rententopf. Dazu zählen gesetzliche Alters- und Hinterbliebenenrenten sowie Pensionen.

Das zeigt eine Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Die Berechnung basiert auf der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Länder. Zum Vergleich: 1991 stammte erst jeder siebte Euro (14,7 Prozent) aus Alterseinkünften, wie der Versichererverband vorrechnet.

Angaben zur Datenbasis

Als verfügbares Einkommen bezeichnet der GDV den Betrag, der den privaten Haushalten zum Konsumieren und Sparen bleibt.

Dieses Geld schließt Bruttolöhne, Gehälter, Unternehmergewinne, Kapital- und Mieteinkünfte ein. Dazu gehören auch sämtliche Sozialtransfers wie Renten, Pensionen, Arbeitslosen- oder Krankengeld. Davon abgezogen werden die Steuern und Sozialabgaben.

Die Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung setzt sich laut Verband aus Renten, den landwirtschaftlichen Alterskassen und den öffentlichen Pensionen zusammen. 

Senioren nehmen mit ihrem Einkommen Einfluss

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden Rentner also immer wichtiger als ernstzunehmende Verbraucher.

„Immer mehr Menschen beziehen Renten oder Pensionen. Und das wegen der steigenden Lebenserwartung auch immer länger. Damit wächst der Einfluss der Älteren auf die regionale Wirtschaft und die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten“, lässt sich Peter Schwark, Geschäftsführer des GDV zu den Ergebnissen zitieren.

Zudem weist Schwark noch auf einen Sondereffekt in der Coronakrise hin: „In der Pandemie sind die Einkommen nicht so stark gestiegen wie die Renten.“

In Ostdeutschland stammt jeder vierte Euro aus der Rentenkasse

Zwischen den Bundesländern sieht der GDV aber große Differenzen. Ist die Alterung der jeweiligen Bevölkerung bereits fortgeschritten, steigt logischerweise auch die ökonomische Bedeutung der Ruheständler und ihrer Einkommen.

„So weist Sachsen-Anhalt mit 28,9 Prozent den höchsten Wert auf. Auch in den übrigen ostdeutschen Flächenländern stammt bereits mehr als jeder vierte Euro aus der Rentenkasse“, so Schwark in der Meldung.

Im Stadtstaat Hamburg seien es dagegen nur 15,5 Prozent, was bundesweit dem niedrigsten Wert entspricht. Die Hansestadt habe mit rund 18 Prozent auch den niedrigsten Bevölkerungsanteil an über 65-Jährigen.

Senioren beziehen zusätzlich Leistungen aus privaten Sicherungssystemen

Im Osten der Republik kommt ein größerer Teil der verfügbaren Einkommen aus Altersbezügen. Das liegt nicht nur an der Überalterung der dort lebenden Bevölkerung. Zum einen hätten die Menschen hier im Schnitt höhere Rentenansprüche. Das liege auch daran, dass Frauen länger sozialversicherungs-pflichtig gearbeitet und somit im Alter ein besseres Einkommen hätten.

„Gleichzeitig verdienen Ostdeutsche weniger und haben geringere Miet- oder Kapitaleinkünfte, so dass die Renten stärker ins Gewicht fallen“, so Schwark.

Insgesamt sei die Bedeutung von Rentnern für die Wirtschaft sogar noch höher als die Auswertung nahelegt, betont der GDV. Der Grund: Viele Senioren der heutigen Generation hätten weitere Einkünfte.

Allein die Leistungen aus privaten Sicherungssystemen wie etwa Betriebsrenten, Pensionskassen oder Versorgungswerken beziffert der GDV für 2020 auf rund 70 Milliarden Euro. Diese Geldquellen ließen sich aber regional nicht aufschlüsseln und blieben im Bundesländervergleich unberücksichtigt, so der Verband.

Altersbezüge und Einkommen der Haushalte 2020 nach Bundesländern*

Bundesland

Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung in Milliarden Euro

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte in Milliarden Euro

Anteil der Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung in Prozent

Bevölkerungsanteil über 65 Jahre in Prozent

Sachsen-Anhalt

13,4

46,2

28,9

27,4

Thüringen

12,7

44,5

28,5

26,7

Mecklenburg-Vorpommern

9,6

34,1

28,0

25,8

Sachsen

23,9

87,5

27,3

26,7

Brandenburg

14,9

56,2

26,4

25,2

Saarland

5,3

21,5

24,7

24,4

Schleswig-Holstein

15,4

70,5

21,9

23,4

Niedersachsen

39,4

183,0

21,5

22,3

Rheinland-Pfalz

19,9

96,5

20,6

22,3

Deutschland



403,6



1.975,2



20,4



22,0



Bremen

3,0

15,0

20,3

21,2

Nordrhein-Westfalen

84,4

416,1

20,3

21,4

Berlin

16,0

79,7

20,1

19,3

Hessen

29,1

153,8

18,9

21,0

Baden-Württemberg

50,3

283,2

17,8

20,6

Bayern

59,1

340,5

17,3

20,7

Hamburg

7,2

46,8

15,5

18,2