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Die Bevölkerung wächst, aber nicht überall

21.6.2022 – Die Bevölkerungszahl in Deutschland stieg 2022 laut Destatis um fast 90.000 auf über 83,2 Millionen. Um über 40 Prozent erhöhte Wanderungsgewinne glichen das nur leicht gestiegene Geburtendefizit mehr als aus. In sechs Bundesländern waren Verminderungen zu beobachten, die in Sachsen am stärksten ausfielen. Bayern hatte hingegen verzeichnete den größten Zuwachs. Das Durchschnittsalter erhöhte sich bundesweit um 0,1 auf 44,7 Jahre.

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Nach fast einem Jahrzehnt durchgängigen Bevölkerungswachstums meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) für das Jahr 2020 erstmals wieder einen Rückgang. Das Minus hatte das Amt mit 12.000 auf weiterhin etwa 83,2 Millionen Bundesbürger bezifferte (VersicherungsJournal 22.6.2021).

Ende Januar waren die Statistiker noch davon ausgegangen, dass sich das Blatt im Jahr 2021 nicht ins Positive gewendet habe. Diese erste Schätzung hat Destatis am Montag korrigiert. Demnach ging es im vergangenen Jahr um 89.000 Personen auf gut 83,2 Millionen aufwärts. Damit lebten Ende 2021 mehr Menschen in Deutschland vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2019, wird erläutert.

Bevölkerungsentwicklung 2014-2021 (Bild: Wichert)

2019 hatte die Zunahme noch fast 150.000 Individuen betragen. In den Jahren davor waren es mindesten 270.000. Der wanderungsbedingte Rekordzuwachs seit der Wiedervereinigung wurde im Jahr 2015 mit knapp unter einer Million erreicht (29.8.2016).

Netto-Zuwanderung steigt stärker als Geburtendefizit

Die Netto-Zuwanderung erreichte im vergangenen Jahr nach den vorläufigen Ergebnissen mit 317.000 (2020: 220.000) beinahe das Vor-Corona-Niveau von 327.000 Personen in 2019. Zugleich erhöhte sich der Überschuss der Sterbefälle über die Zahl der Geburten von 161.000 über 212.000 „nur“ auf 228.000 Menschen.

Dabei stieg einerseits die Geburtenzahl auf 795.000, was dem Höchststand seit 1997 entspricht. Im Vergleich zum Schnitt der Jahre 2018 bis 2020 betrug der Zuwachs zwei Prozent. Die Zahl der Todesfälle betrug erstmals seit 1946 wieder mehr als eine Million Menschen. Hintergründe hierzu hatte das Amt Mitte Januar genannt (12.1.2022).

Sachsen mit dem größten Rückgang, Bayern mit dem stärksten Anstieg

Auf Ebene der Bundesländer gehörten Sachsen (minus 13.900 Personen) sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen (jeweils minus 11.400) zu den größten Verlierern. Rückgänge standen auch für Bremen (minus 3.700), das Saarland (minus 1.600) und Nordrhein-Westfalen (minus 1.000) zu Buche. Das letztgenannte Land hatte 2020 noch eine mehr als 20 Mal so hohe Verminderung zu verzeichnen.

Am deutlichsten angewachsen ist die Bevölkerungszahl in Bayern (plus 36.800). Zuwächse um über 20.000 gab es auch in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Fünfstellige Steigerungen waren ansonsten nur noch in Berlin und in Schleswig-Holstein zu beobachten.

Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern (Bild: Destatis)
Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern (Bild: Destatis). Zum Vergrößern Bild klicken.

Die Demografie bricht sich weiter ihre Bahn

Laut Destatis erhöhte sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung leicht um 0,1 auf 44,7 Jahre. Die Zahl der Hochbetagten ab 80 Jahren stieg aber von 2020 auf 2021 um 175.000 oder 3,0 Prozent auf 6,1 Millionen.

Die Zahl der Seniorinnen und Senioren zwischen 60 und 79 Jahre stieg um 0,9 Prozent oder 166.000 auf 18,3 Millionen. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren wuchs (plus 0,6 Prozent oder 99.000) auf 15,4 Millionen Menschen.

Im selben Zeitraum schrumpfte hingegen die Altersgruppe 20 bis 59 Jahre um 258.000 auf 43,3 Millionen Personen (minus 0,8 Prozent).

Wie die Statistiker weiter mitteilten, wuchs die Zahl der Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft um 308.000 auf 10,9 Millionen. Das entspricht einem Anteil von 13,1 (2020: 12,7) Prozent. Die Zahl der deutschen Staatsbürger bezifferte das Amt auf 72,3 Millionen (minus 226.000) Menschen.

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