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Dies sind die größten Haftpflichtversicherer

12.2.2024 – Die deutschen Anbieter erzielten in der allgemeinen Haftpflichtversicherung 2022 laut GDV mit 48,3 Millionen Verträgen fast 8,3 Milliarden Euro gebuchte Bruttoprämien. Die Ranglisten führt jeweils die Allianz an. Dahinter folgen Axa und Generali (Kontrakte) beziehungsweise nach Prämie R+V und Ergo. Prozentual legten unter den Marktgrößen die Huk-Coburg-Allgemeine (Verträge) respektive die Württembergische (Beiträge) am meisten zu. Provinzial, Generali und Gothaer hatten laut dem „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ schrumpfende Bestände zu verzeichnen.

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Die deutschen Haftpflichtversicherer hatten Ende 2022 rund 48,3 Millionen Verträge im Bestand. Dies entspricht den „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft 2023“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge einem (aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit bereinigten) Zuwachs von 1,1 Prozent.

Allianz mit den meisten Haftpflicht-Policen

Die meisten Policen gehen auf das Konto der Allianz Versicherungs-AG (mehr als 4,6 Millionen Stück). Dahinter folgen die Axa Versicherung AG mit gut 3,2 Millionen Kontrakten und die Generali Deutschland Versicherung AG mit knapp 2,2 Millionen Verträgen.

An vierter bis sechster Stelle folgen mit jeweils um die zwei Millionen Policen die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G., die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG.

Auf den weiteren Plätzen

Zwischen 1,7 und 1,6 Millionen Verträge liegen bei der Provinzial Versicherung AG, der VHV Allgemeine Versicherung AG, dem LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. und der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG.

Rangliste Verträger (Bild: Wichert)

Dies ist dem „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH zu entnehmen. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 nach Prämieneinnahmen größten Marktteilnehmer mit rund 99 Prozent Marktanteil dargestellt.

Zwischen plus 93.800 und minus 27.500 Verträge

Wie im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 1.2.2023) konnten bis auf drei Ausnahmen alle Branchengrößen ihren Bestand ausbauen. Leidglich die Provinzial, die Gothaer und die Generali schrumpften, Letztere mit etwa 27.500 Kontrakten am stärksten. Die übrigen Marktschwergewichte konnten um bis zu fast 94.000 Policen (Allianz) zulegen.

Was die Veränderungsrate betrifft, so hatte die Huk-Coburg-Allgemeine mit mehr als drei Prozent die Nase vorn. Jeweils in etwa doppelt so stark wie der Markt wuchsen der LVM, die Allianz und die Axa.

Unterdurchschnittliche Zuwachsraten hatten der Huk-Coburg VVaG, die R+V und die VHV zu verzeichnen. Im Minus lagen dann neben der Provinzial die Generali und die Gothaer. Dabei standen für die beiden letztgenannten Akteure Verminderungsraten von jeweils mehr als einem Prozent zu Buche.

Veränderung Verträge (Bild: Wichert)

Nach dem vergleichsweise deutlichen Verlust musste die Gothaer den LVM an sich vorbei auf Platz neun ziehen lassen. Dank des stärksten Zugewinns verkürzte die Huk-Coburg-Allgemeine den Rückstand auf die R+V von 65.000 auf 8.000 Policen.

Prämienvolumen: Ergo an dritter Stelle

Nach gebuchten Bruttobeiträgen – diese beliefen sich nach GDV-Angaben 2022 branchenweit auf 8,26 Milliarden Euro (bereinigt plus 4,2 Prozent) – zeigt sich eine etwas andere Reihenfolge.

Zwar liegt auch hier die Allianz an der Spitze – mit aktuell annähernd 1,3 Milliarden Euro gebuchter Bruttoprämie. Dahinter folgt – um drei Plätze besser als nach Verträgen – die R+V mit gut 734 Millionen Euro.

An dritter (nach Kontrakten an elfter) Stelle liegt die Ergo mit weniger als 734 Millionen Euro. Position vier (nach Policen zwei) belegt die Axa mit 654 Millionen Euro. Die VHV schnitt mit Rang fünf (455 Millionen Euro) drei Plätze besser ab als nach Policen.

Die Generali landete mit Position sechs drei Stellen weiter unten als nach Verträgen, während die Gothaer mit Platz sieben drei Ränge besser als nach Kontrakten platziert ist. Die beiden vorgenannten Akteure nahmen jeweils um die 400 Millionen Euro ein. Die HDI Versicherung AG kam mit fast 327 Millionen Euro auf Position acht. Bei den Policen reichte es nur zu Rang 17.

Zum Teil großes Abweichungen in den Ranglisten

An neunter und zehnter Stelle finden sich die Provinzial (nach Verträgen Platz sieben) beziehungsweise der LVM (nach Kontrakten Rang neun) wieder. Jeweils vier Plätze besser als nach Policen belegen die Württembergische Versicherung AG und die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG beim Umsatz die Positionen elf und zwölf.

Rangliste nach Prämien (Bild: Wichert)

Deutlich weiter unten in der Rangliste nach Prämienvolumen als nach Verträgen sortieren sich die Huk-Coburg a.G. (nach Kontrakten vierter, nach Beiträgen 22. Platz) und die Huk-Coburg-Allgemeine (sechster beziehungsweise 19. Rang) ein.

Württembergische und Generali mit je rund zehn Prozent Steigerung

Die umsatzstärksten Anbieter haben das Prämienvolumen allesamt ausgebaut. Am stärksten wuchsen die Württembergische mit knapp über und die Generali mit knapp unter zehn Prozent.

Letztere führt im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 1,1 MB) ein deutliches gestiegenes Bruttoneugeschäft als Hintergrund an. „Diese Entwicklung ging vornehmlich aus dem gegenüber unserem Kunden erweiterten Leistungsspektrum der Vermögens-Sicherungspolice (VSP) 2021 hervor“, heißt es in dem Bericht.

Vergleichsweise hohe Steigerungsraten schafften auch die Gothaer (knapp acht Prozent) sowie die VHV und die Ergo (jeweils knapp über sechs Prozent). In etwa auf Marktniveau legten der Bayerische Versicherungsverband, der LVM, die Axa und die Allianz zu. Unterdurchschnittliche Umsatzsteigerungen gelangen der R+V, der Provinzial und dem HDI.

Veränderung Prämien (Bild: Wichert)

HDI wuchs drei Mal so stark wie vor Jahresfrist

Der letztgenannte Anbieter konnte seine Steigerungsrate von 1,0 auf 2,9 Prozent fast verdreifachen. Zum Hintergrund erläutern die Hannoveraner im Geschäftsbericht 2022 (PDF 1,4 MB): „Dabei zeigte neben der Firmensparte Betriebshaftpflicht auch die Freie-Berufe-Sparte Heilwesenhaftpflicht positive Effekte aus anhaltendem Bestandswachstum.

Die Sparte Planungshaftpflicht wies eine erfreuliche Entwicklung infolge guter Baukonjunktur auf. In der Sparte Privathaftpflicht-Versicherung profitierte die Beitragsentwicklung von der Anwendung der Treuhänder-Beitragsanpassungs-Klausel. Demgegenüber entwickelten sich die Beiträge in der Vermögensschaden-Haftpflicht leicht rückläufig.“

Während es in der Top Ten keine Rangveränderungen gab, zog die Württembergische dank der zehnprozentigen Umsatzsteigerung am Bayerischen Versicherungsverband vorbei auf Position elf im Ranking nach gebuchten Bruttoprämien.

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeiten

Was die Profitabilität angeht, so schnitten die Branchengrößen mehrheitlich nicht wesentlich besser ab als der Markt. Allerdings gab keiner von ihnen mehr für Schäden und Kosten aus, als er an Beiträgen einnahm (12.2.2024).

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

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