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Studie: Noch kann eine Mehrheit mit den Folgen der Inflation umgehen

23.1.2023 – Verbraucher bringen den Begriff Nachhaltigkeit selten in Verbindung mit Versicherungen. Die hohe Inflation führt zu Sparmaßnahmen, tangiert die Produkte der Assekuranz bislang aber selten. Allerdings erwägen 28 Prozent der Versicherungsnehmer Einsparungen hinsichtlich ihrer Absicherung, sollte die Teuerung weiter voranschreiten. Dies zeigt eine Studie der Fachhochschule Dortmund zum Thema Nachhaltigkeit und Versicherungen.

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Bringen Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit auch mit Versicherungen in Verbindung? Und verdrängt die aktuell starke Geldentwertung das Interesse an nachhaltigem Konsum? Diesen zwei Fragen ist unter anderem die Studie „Nachhaltigkeit und Versicherungen aus Kundensicht“ nachgegangen.

Die Untersuchung stammt aus der Feder der Professoren Dr. Matthias Beenken, Dr. Hubert Bornhorn, Dr. Lukas Linnenbrink und Dr. Jens Mörchel. Herausgeber ist die Fachhochschule Dortmund, erstellt wurde die Schrift im Fachbereich Wirtschaft, Forschungsstelle Risikomanagement, Versicherungs-Regulierung und Vertrieb.

Das Studiendesign

Für die Analyse wurden 2.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Repräsentativität besteht hinsichtlich Alters- und Geschlechterverteilung, Wohnsitz und Schulbildung, berichten die Autoren.

Durchgeführt hat die Erhebung die Heute und Morgen GmbH im Zeitraum von Ende November bis Anfang Dezember vergangenen Jahres. Die Datenbeschaffung wurde aus Stiftungsmitteln finanziert.

Nachhaltigkeit immer noch ein Flop bei Versicherungen

Das Ergebnis: 82 Prozent der Befragten konnten mit dem Begriff Nachhaltigkeit grundsätzlich etwas anfangen. Allerdings bringen sie ihn meist mit ökologischen Zielen in Verbindung und weniger mit sozialen und ethischen Aspekten. „Die aktuelle Klimadebatte beeinflusst die Haltung stark“, erläutert Beenken.

Für 70 Prozent sei Nachhaltigkeit persönlich wichtig. Daraus würden allerdings am häufigsten Konsequenzen für die Bereiche Lebensmittel, Heizung und Haushaltsgeräte gezogen, überwiegend nicht für Geldanlagen und Versicherungen. Hier dominiere, wie auch bei Urlaubsreisen, die Preisorientierung.

Verbraucher sehen selten eine Verbindung

„Das kann bei Versicherungen damit zusammenhängen, dass vielen Kunden gar nicht klar ist, dass Versicherungen nachhaltig sein können“, sagt Bornhorn. „Beispielsweise dient eine private Altersvorsorge der Generationen-Gerechtigkeit und damit der Nachhaltigkeit, weil man die Finanzierung des Lebensstandards im Alter nicht künftigen Steuerzahler überlässt“, so der Wissenschaftler.

ESG-Aspekte sind in weitaus mehr Bereichen zu finden, auch in anderen Sparten der Assekuranz oder im Versicherungsbetrieb. Allerdings haben laut der Studie bislang nur sieben Prozent Werbung und sechs Prozent Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Versicherungen wahrgenommen. Interesse am Thema äußerten 26 Prozent.

„Dazu muss man wissen, dass die rechtlichen Grundlagen für solche Informationen seitens der EU bis heute sehr lückenhaft und Versicherer deshalb dem Risiko ausgesetzt sind, Greenwashing und damit irreführende Aussagen zur Nachhaltigkeit vorgehalten zu bekommen“, berichtet Linnenbrink. Versicherer sollten dennoch durch verstärkte Kommunikation und glaubhafte Beispiele ihren Beitrag verdeutlichen.

Nachhaltigkeit in der Werbund (Bild: FH Dortmund)
(Bild: FH Dortmund)

28 Prozent erwägt Sparmaßnahmen beim Versicherungsschutz

Bislang wirkt sich die seit Beginn des Ukraine-Kriegs galoppierende Inflation besonders stark in den Bereichen Lebensmittel und Heizen aus, weniger bei Geldanlagen und Versicherungen. Noch könne eine Mehrheit mit den Folgen der Inflation umgehen, berichten die Studienautoren. Viele hätten Sparmaßnahmen ergriffen, mit 64 Prozent am häufigsten im Segment Energie.

Sollte die Inflation weiter anhalten oder sich verstärken, sei mit einer Zunahme von Einsparungen auch in anderen Bereichen des privaten Konsums zu rechnen. Mehr als jeder Zehnte würde dann zusätzlich zu den derzeit schon 17 Prozent der Befragten an Versicherungen sparen, insgesamt dann 28 Prozent. „Damit könnten Existenzsicherungen und Vorsorge in Gefahr geraten“, so Linnenbrink.

Ein 122 Seiten umfassendes E-Book der Studie ist online bei der Bibliothek der Fachhochschule Dortmund kostenfrei abrufbar.