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Ergo-Tochter zeichnet kein Kfz-Neugeschäft mehr

21.9.2022 – Das noch junge Unternehmen muss seine Kernsparte aufgeben. Verluste bei den Beitragseinnahmen sind der Grund für die Aufgabe, wie die Ergo unterstreicht. Künftig soll sich der Direktversicherer auf Reise- und Gesundheitspolicen konzentrieren.

Die Digitaltochter des Ergo-Konzerns steigt aus dem Neugeschäft in der Kfz-Sparte aus. Das berichtete der Versicherungsmonitor zuerst, die Düsseldorfer bestätigten die Nachricht für die Nexible Versicherung AG. Als Gründe nennt das Unternehmen Einbrüche bei den Beitragseinnahmen im Vorjahr.

„Der unterjährige bestandswirksame Neugeschäftsbeitrag war 2021 verglichen mit 2020 niedriger. Das lag in erster Linie an externen Faktoren wie der Corona-Pandemie sowie der ‚Chip-Krise‘, wodurch es allgemein weniger Fahrzeugzulassungen gab“, erklärt die Ergo Group AG auf Nachfrage.

Den Kfz-Bestandskunden „bieten wir weiter den vollen digitalen Kunden- und Schadenservice über Nexible an“, so die Aussage des Konzerns.

Kfz-Sparte lässt Beitragseinnahmen einbrechen

Im vergangenen Geschäftsjahr gingen die gebuchten Beiträge des Insurtechs um 10,2 Prozent auf 36,7 Millionen Euro nach unten. Im Vorjahr waren es noch 40,9 Millionen Euro.

„Ursächlich für diese Beitragsentwicklung war im Wesentlichen das im Vorjahresvergleich schwächer verlaufene unterjährige Kraftfahrt-Neugeschäft“, wie der Versicherer in seinem auf Bundesanzeiger.de veröffentlichten Jahresabschluss 2021 anführt.

Laut Angaben der Ergo brachen die Beitragseinnahmen in der Kfz-Versicherung um 14,6 Prozent ein. Konkrete Kundenzahlen zum Bestand kommunizieren die Düsseldorfer nicht.

Das Prämienaufkommen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung sank „spürbar“ auf 16,8 Millionen Euro, von 19,9 Millionen Euro 2020, so heißt es im Geschäftsbericht.

Beschwerdequote spricht nicht für Direktversicherer

Auch bei den Reklamationen sah es für die Nexible nicht rosig aus. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr 1.115 Beschwerden über die deutschen Kraftfahrtversicherer abschließend bearbeitet (VersicherungsJournal 4.5.2022).

Auffällig ist, dass es sich bei den Anbietern mit hohen Beschwerdequoten mehrheitlich um Direktversicherer handelt. Ein tieferer Blick in die Statistik zeigt ferner ein auffällig hohes Reklamationsaufkommen bei Nexible.

Über die noch vergleichsweise junge Ergo-Tochter (22.3.2018, 23.10.2017) mit einem Bestand von etwa 90.000 versicherten Kfz-Risiken hat die Aufsicht im Berichtsjahr 57 (2020: 37; 2019: 53) Eingaben abschließend bearbeitet.

Wir […] sehen mit Nexible die Möglichkeit zur Schaffung von nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen.

Ergo Group

Fokus auf Reise- und Gesundheitsmarkt

Wie aber geht es nach dem Ausstieg aus der Kfz-Sparte mit dem jungen Digitalversicherer weiter? Nexible soll sich künftig „konsequent auf innovative Angebote für die digitalaffinen Zielgruppen im Reise- und Gesundheits-Versicherungsmarkt“ konzentrieren, so die Vorgabe des Konzerns. In diesen Marktsegmenten sehen die Düsseldorfer „starkes Wachstums- und Ertragspotenzial“.

Nach eigener Aussage wird die Ergo an dem Insurtech festhalten und nennt dafür Gründe: „Wir sind von der Notwendigkeit der Schaffung eines dedizierten Angebots für die Bedürfnisse von Digitalkunden überzeugt und sehen mit Nexible die Möglichkeit zur Schaffung von nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen.“

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