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Kommentar

Drei neue BU-Tariflinien auf dem Markt: Condor will preislich mithalten

27.7.2022 – Die Berufsunfähigkeits-Versicherung des Lebensversicherers war bereits umfassend aufgestellt. Dies machte sie allerdings auch teurer als Vergleichsangebote. Nun gibt es drei neue Tariflinien, die für eine mehr bedarfs- und preisangepasste Feinabstimmung sorgen sollen. Ein Gastbeitrag des Biometrie-Experten Philip Wenzel.

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Die Condor Lebensversicherungs-AG an sich ist am Markt bekannt für Innovationen, die zunächst für Gegenwind sorgten, aber dann doch zum Marktstandard wurden. Die Arbeitsunfähigkeits- (AU-) und die Teilzeit-Klausel sind zwei Beispiele hierfür (VersicherungsJournal 12.1.2017, 9.7.2019). Jetzt lernt die Condor aber mal vom Markt, wie man vertrieblich erfolgreicher sein kann.

Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)

Denn bisher hatte der Versicherer einen Tarif. Und in dem war alles drin, was man brauchen könnte.

Das ist zunächst einmal nicht schlecht, weil Haben besser ist als Brauchen. Allerdings fällt der Tarif dadurch eben immer ein wenig oder sogar deutlich teurer aus, als ein vergleichbares Angebot, das halt nur das beinhaltet, was dem Kunden in diesem Moment wichtig ist.

Condor-Tarif war teurer als Vergleichsangebote

So hatte die bisherige Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung der Condor eine sehr gute Dienstunfähigkeits- (DU-) Klausel (24.1.2019). Sie leistet, wenn ein Beamter wegen allgemeiner oder spezieller Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wird.

Zugleich gab es allerdings immer auch eine AU-Klausel, die bei Krankschreibungen von mindestens sechs Monaten leistet. Da Beamte jedoch während einer Krankschreibung weiter ihre vollen Bezüge erhalten, entsteht hier keine Lücke. Und der Tarif der Condor war dadurch eben teurer als eine Berufsunfähigkeits-Versicherung mit DU-, aber ohne AU-Klausel.

Auch bei Selbstständigen mit Krankentagegeld ist eine AU-Klausel nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil, denn es ist noch nicht ausgeurteilt, wie sich ein Krankentagegeld auf eine AU-Klausel im Leistungsfall auswirkt.

Drei neue Tariflinien

Die Condor hat auf jeden Fall reagiert und bringt jetzt drei Tariflinien raus: „basic“, „comfort“ und „premium“. Vertrieblich super. Die Verkaufspsychologie lehrt, dass der Kunde dann meist das Angebot in der Mitte nimmt.

In der Regel ist die erste Tariflinie immer eine abgespeckte Variante, die mit einem verlängerten Prognosezeitraum oder abstrakter Verweisung arbeitet. Hier ist es aber so, dass „basic“ an sich der alte Tarif ist, nur ohne die AU-Klausel und ohne eine anlasslose Nachversicherungs-Garantie. Das reicht aber schon aus, um in vielen Berufen preislich zur Spitze aufzuschließen.

Die DU-Klausel, die sogenannte Teilzeit-Klausel, der Verzicht auf Umorganisation bei Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern und die Wiedereingliederungs-Hilfe sind mit enthalten.

Drei Mal kann der BG-Check erfolgen

Neu sind hier schon eine Umorganisationshilfe, die sechs Monatsrenten (maximal 6.000 Euro) beträgt und mehrfach in Anspruch genommen werden kann, und der sogenannte BG-Check. Hier überprüft die Condor den Beitrag, wenn die versicherte Person in die 11. Schulklasse kommt, eine Ausbildung oder ein Studium aufnimmt oder ins Berufsleben eintritt. Wenn der Beitrag dadurch günstiger wird, zahlt der Kunde zukünftig weniger.

Da die BU-Versicherung ab zehn Jahren abzuschließen ist, kann diese Option sogar drei Mal gezogen werden. Das gefällt mir sehr gut. Denn immer wieder stellt sich die Frage, ob man ein Kind schon in jungen Jahren versichern sollte oder ob es sinnvoller ist, bis zum Beginn des Studiums zu warten.

Bedauerlich wäre es, wenn dann das Kind doch nicht sein Abitur macht oder mit dem Abitur lieber eine Lehre als Schreiner beginnt. Das mag vielleicht aus vielerlei Gründen gut sein, aber für den Beitrag in der BU-Versicherung ist es das eher nicht.

So kann man nun Sohn oder Tochter schon jung versichern und später immer wieder den Beitrag überprüfen. Und wegen der DU-Klausel darf das Kind auch Beamter werden. Der BG-Check kann bis Ende des 30. Lebensjahres innerhalb von zwölf Monaten nach Eintritt des Ereignisses gezogen werden.

Rehabilitationshilfe und Sofortleistung

Auch sonst gefallen die Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen der Condor.

Bisher konnte man immer wieder bemängeln, dass zum Beispiel erstattete Reisekosten im Leistungsfall mit einem festen Betrag angegeben wurden. Was aber 100 Euro Übernachtungskosten bei moderater Inflation in 30 Jahren beim Leistungsfall noch wert sind, kann man sich jetzt schon ausmalen. Die Condor gibt hier 100 Euro pro Nacht im Jahr 2022 an und würde gemäß des Verbraucherpreisindexes anpassen. Gut mitgedacht!

Im Tarif „comfort“ kann die AU-Klausel optional eingebunden werden. Außerdem ist eine Rehabilitationshilfe bis zu 2.000 Euro beziehungsweise zwei Monatsrenten für alle beruflichen oder medizinischen Reha-Maßnahmen vorgesehen.

Des Weiteren gibt es eine Sofortleistung bei Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diese beträgt 15 Monatsrenten und wird unabhängig von der BU-Prüfung ausgezahlt. Aber dieses Geld wird nicht zusätzlich zur Leistung wegen Arbeits- oder Berufsunfähigkeit gewährt.

Im „premium“-Tarif beträgt die Reha-Hilfe sechs Monatsrenten beziehungsweise bis 6.000 Euro. Es gibt zwölf Monatsrenten Sofortkapital bei Berufsunfähigkeit und die doppelte Rente bei BU wegen Pflegebedürftigkeit. Hier werden zwei von sechs ADL geprüft.

Die Mitte wohl doch die beste Wahl

Unterm Strich ist die Mitte vermutlich doch in den meisten Fällen die Waffe der Wahl. Der Tarif „basic“ ist vor allem für Selbstständige und (werdende) Beamte spannend und „premium“ für alle, bei denen gilt: Viel hilft auch viel. Was die Condor noch nachbessern sollte, wäre eine Wechseloption zu bestimmten Anlässen von einem Tarif in den anderen.

Der 30-jährige Bürokaufmann zahlt für 1.000 Euro bis Endalter 67 bei einem Prozent Leistungsdynamik in „basic“ 72,57 / 50,80 Euro, in „comfort“ 76,30 / 53,41 Euro und in „premium“ 100,52 / 70,37 Euro.

Der Mechatroniker zahlt in „basic" 106,32 / 74,43 Euro, in „comfort“ 112,43 / 78,71 Euro und in „premium“ 142,50 / 99,75 Euro.

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