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Gebäudeversicherung: Wenn der Efeu dem Sturm zum Opfer fällt

13.9.2022 – Wird im Rahmen eines Sturms die Fassade eines Gebäudes beschädigt, weil dort rankender Efeu von der Wand gerissen wird, hat der Besitzer der Immobilie keinen Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung durch seinen Gebäudeversicherer. Das hat das Oberlandesgericht Hamm mit Beschluss vom 3. Juni 2022 entschieden (20 U 173/22).

Der Kläger hatte an der Fassade seines Wohnhauses Efeu emporranken lassen. Dieser wurde durch einen schweren Sturm von der Wand gerissen, die dadurch erheblich beschädigt wurde.

Voraussetzungen für Entschädigung gegeben?

Der Hausbesitzer forderte von seinem Gebäudeversicherer, ihm die Reparaturkosten zu ersetzen. Dies begründete er damit, dass nach dem Wortlaut der Versicherungs-Bedingungen unter anderem eine Entschädigung für versicherte Sachen zu leisten sei, die durch einen Sturm von mindestens Windstärke acht zerstört oder beschädigt worden sind. Diese Voraussetzungen sah der Mann erfüllt.

Der Versicherer meinte aber, nicht zur Leistung verpflichtet zu sein. Der Gebäudebesitzer zog daher vor Gericht. Dort erlitt er sowohl in erster als auch in zweiter Instanz eine Niederlage.

Keine unmittelbare Einwirkung durch den Sturm

Nach Ansicht der Richter sei eine Voraussetzung für die Leistungsverpflichtung durch den Versicherer, dass der Sturm entweder unmittelbar auf die versicherte Sache eingewirkt habe, oder Gegenstände auf die Sache geworfen worden seien. Das sei jedoch nicht der Fall.

Denn auch nach dem Vorbringen des Klägers sei die Fassade nicht dadurch beschädigt worden, dass der Sturm als Sog oder Druck auf sie eingewirkt habe. Der Schaden sei vielmehr dadurch entstanden, dass der Efeu durch den Sturm von der Wand abgerissen wurde. „Das stellt aber keine unmittelbare Einwirkung des Sturms auf die versicherte Gebäudewand dar“, so das Gericht.

Efeu Bestandteil des Grundstücks

Im Übrigen gehörten Pflanzen nach dem Wortlaut der Versicherungs-Bedingungen nicht zu den versicherten Sachen. Das würde selbstverständlich auch für Pflanzen wie den Efeu gelten, die an einer Fassade emporrankten.

Denn diese seien dauerhaft mit dem Boden verbunden. Sie seien daher Bestandteil des Grundstücks, nicht aber des versicherten Gebäudes. Nachdem der Kläger seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zurückgenommen hat, ist dessen Entscheidung rechtskräftig.

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