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Leserbrief

Äpfel mit Birnen verglichen

23.11.2022 – Rechnet man nur die 70 Milliarden betriebliche und private Renten hinzu, haben Rentner bundesweit und nicht nur bereits in mehreren Bundesländern pro Kopf höhere verfügbare Einnahmen als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht.

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Daraus kann man indes nicht schließen, dass verfügbare Alterseinkommen höher wären als verfügbare Einkommen während der Erwerbstätigkeit. Vielmehr kann im Mittel dennoch das Rentnereinkommen gegenüber dem früheren in der Erwerbstätigkeit sinken. Denn Besserverdienende haben eine bis zu zehn Jahre längere Lebenserwartung als Geringverdiener.

Geringverdiener sterben also mehr als Besserverdiener noch vor dem Erreichen der Altersrente oder erleben danach weniger Jahre an Rentenbezug. Die ehemaligen Besserverdiener mit daraus auch höheren Alterseinkommen sammeln sich dann unter den Rentnern an, und gerade diese beziehen auch immer länger Rente. Ihr Einkommen kann aber real durchaus gegenüber ihrem früheren Erwerbsleben – als dort Besserverdiener – gesunken sein.

Wer also meint, dass es Rentnern wirtschaftlich besser geht als Erwerbstätigen, vergleicht Äpfel mit Birnen. Er nimmt nämlich stets nur die überlebenden Rentner – tendenziell die ehemaligen Besserverdiener – und stellt ihnen eine im Schnitt jüngere Gesamtbevölkerung gegenüber, in der die Geringverdiener noch zu einem weit größeren Anteil enthalten sind, weil sie in jüngeren Jahren noch leben und so den Bevölkerungs-Durchschnitt des Einkommens senken.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Alterseinkommen: Macht der Senioren auf regionale Wirtschaft wächst deutlich”.

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